Russische Truppen geben Gebiete in der Westukraine frei
Russische Truppen geben Gebiete in der Westukraine frei
Datum: 04.04.2022 - 09:42 Uhr
Die russisch-ukrainischen Friedensgesspräche scheinen zumindest zu einem Teilerfolg zu führen: im Westen und im Norden der Ukraine sind die Kämpfe am Boden fast vollständig eingestellt. Seit Tagen schon gibt die russische Armee viele zuvor besetzte Gebiete frei und zieht sich aus den entsprechenden Regionen zurück. Auch der Druck auf die ukrainische Hauptstadt Kiew durch russische Bodentruppen ist weg. Damit wurde ein wichtiger Verhandlungspunkt der jüngsten Gespräche erfüllt.
Für Irritationen sorgen derzeit Bilder und Berichte aus Butscha, einer Kleinstadt im Oblast Kiew. Die letzten verbliebenen russischen Truppen haben die Stadt am 31. März komplett geräumt. Seit gestern sind Bilder und Meldungen im Umlauf, dass es in Butscha ein Massaker gegeben haben soll. Sowohl die Ukraine wie auch Russland ergehen sich in gegenseitigen Vorwürfen. Russland hat eine Sondersitzung der UN einberufen, um die Klärung der Ereignisse in Butscha voranzutreiben.
Während der relativen Ruhe im Norden und Westen der Ukraine verstärken sich die Kämpfe in den beiden Donbas-Republiken massiv. Hier gehen die russischen Truppen an allen Abschnitten gegen die ukrainische Armee vor, die seit der Invasion 2014 Teile der Donbas-Republiken besetzt hält. Vor allem die Kämpfe um die Hafenstadt Mariupol werden mit unverminderter Härte fortgeführt. Die ukrainische Regierung will weder die 2014 ausgerufene Unabhängigkeit der Republiken Luhansk und Donetzk anerkennen noch will sie anerkennen, dass Mariupol, das integraler Bestandteil des Oblast Donetzk war, weiterhin dort verbleiben soll.
Dazu noch ein kleines Schmankerl: auf (fast) allen internationalen Karten wird Mariupol (im äußersten Südwesten) als zum Oblast Donezk und somit auch zur Republik Donezk zugehörig angezeigt. Nur in Deutschland »überarbeitete« Karten weichen von dieser Darstellung ab.
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