RKI senkt Reproduktionszahl deutlich nach unten
RKI senkt Reproduktionszahl deutlich nach unten
Datum: 30.04.2020 - 12:45 Uhr
Die Reproduktionszahl gibt an, wie viele Menschen ein mit Covid-19 Infizierter ansteckt. Sie gilt sozusagen als Indikator und wichtige Kennziffer zur Beurteilung der im Zusammenhang mit dem Virus stehenden Lage in Deutschland. Eine Reproduktionszahl von 1,0 bedeutet, dass eine bereits mit dem Corona-Virus infizierte Person statistisch betrachtet exakt eine weitere Person mit dem Virus infiziert. Ziel ist es daher, die Reproduktionszahl deutlich unter den Wert von 1,0 zu bekommen, um so die Anzahl der Infektionen insgesamt reduzieren zu können.
Über einen längeren Zeitraum war die Reproduktionszahl in Deutschland bei 0,9 fast schon fixiert. Die Stimmen nach Lockerungen der zahlreichen extrem restriktiven Beschränkungen, die sogar im Grundgesetz festgelegte Rechte beschränkte respektive außer Kraft setzte, wurden sehr zum Unwillen Merkels lauter. Nach ihrem verbalen Rundumschlag (»Öffnungsdiskussionsorgien«) stieg die vom Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlichte Reproduktionszahl auf wundersame Weise wieder auf 1,0 an.
Das Saarländische Verfassungsgericht hat am Dienstag die im Saarland geltenden Corona-Beschränkungen für verfassungswidrig erklärt. Zuvor hatte das höchste Bayerische Verwaltungsgericht Teile der Corona-Beschränkungen in Bayern ebenfalls für verfassungswidrig erklärt. Nicht zuletzt aufgrund dieser beiden Urteile, der Zunahme der öffentlichen Proteste gegen die Corona-Beschränkungen und der scharfen Kritik aus ganz unterschiedlichen Quellen an Merkel und ihrer Politik gibt es heute eine Lagebesprechung mit Merkel und den Länderchefs. Und siehe da, wie aus dem Nichts korrigiert das RKI die Reproduktionszahl aktuell auf 0,75 nach unten.
Woher der Sinneswandel beim RKI kommt, erklärt der aktuelle Tagesbericht nicht. Eine entsprechende Nachfrage bei einer Pressekonferenz wird von RKI-Chef Wieler kurzerhand abgewürgt. »Das ist ja ein Pressebriefing und kein Mathematikseminar.« Der »Club der R-Interessierten«, so Wieler, solle sich mit Herrn An der Heiden (Chef-Mathematiker bei RKI) verknüpfen, weist Wieler an. Dann könne man ja ein Seminar zustande kommen lassen.
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