Risiken der Euro-Rettung kosten Deutschland bis zu 95 Milliarden Euro

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Risiken der Euro-Rettung kosten Deutschland bis zu 95 Milliarden Euro
Datum: 30.05.2017 - 08:00 Uhr

Die EZB kauft immer noch kräftig Anleihen. Bis zum Jahresende werden diese Anleihen ein Volumen von 2,3 Billionen Euro (Nennwert) erreicht haben. Das ist mehr als das siebenfache des Bundeshaushaltes für das Jahr 2017. Weil die einzelnen Euro-Mitgliedsländer je nach ihrer Wirtschaftskraft anteilig am Euro beteiligt sind, stehen sie auch je nach dieser Wirtschaftskraft im Risiko, falls eines oder mehrere der angekauften Papiere ihren Wert verlieren. Das Bundesverfassungsgericht wollte nun von der EZB wissen, wie groß die Belastung für den deutschen Staat wäre, falls alle dieser Papiere ihren Wert verlieren. Zu diesem Zweck sandte man einen Katalog mit 43 Fragen an die Draghi-Behörde. Die in den Antworten übermittelten Zahlen sind mehr als ernüchternd.

Nimmt man die theoretische Situation an, dass alle Anleihen ausfielen, so schreibt es der »Tagesspiegel«, beläuft sich die Risikosumme für Deutschland auf 95 Milliarden Euro. Dieser Betrag stellt den Anteil der Bundesrepublik an der Risikoteilung unter den nationalen Zentralbanken dar. 20 Prozent des Gesamtvolumens der erworbenen Papiere aus dem öffentlichen Sektor wird auf die nationalen Zentralbanken verteilt (derzeit rund 380 Millionen Euro). An diesem »Topf« ist die Bundesbank, wie am Euro auch, mit 25 Prozent beteiligt. Daraus resultieren die eingangs erwähnten 95 Milliarden Euro.

Doch das ist noch nicht alles. Denn sollte es auch zu Verlusten bei den anderen 80 Prozent der erworbenen Papieren, die von den jeweiligen Landesbanken erworben wurden, kommen, so hat sich die EZB unter Draghi einen kleinen Trick einfallen lassen. Grundsätzlich haftet die Landesbank, die das Papier erworben hat. Aber: der EZB-Rat kann entscheiden, dass Länder für spezifische Verluste aus währungspolitischen Operationen entschädigt werden können. Soll heißen: fällt eine Anleihe aus, die Portugal gekauft hat, kann die EZB den Verlust auf die anderen EU-Länder verteilen. Und wer wird dann wohl wieder den dicksten Packen abbekommen? Richtig: Malta!

Sven von Storch

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