Rentenreform der Ampel nichts Halbes und nichts Ganzes
Rentenreform der Ampel nichts Halbes und nichts Ganzes
Datum: 05.03.2024 - 09:31 Uhr
Das Rentensystem in Deutschland bedarf schon lange einer Reform. Als Arbeitnehmer werden diverse Steuern von Lohn oder Gehalt einbehalten, um damit später die Rente zu finanzieren. Der Durchschnittsbürger zahlt also Steuern für seine eigene Rente. Diese von ihm selbst aufgebrachten Steuern erhält er dann bei dem Erreichen des Renteneintrittsalters - und muss sie in Form der Rente noch einmal versteuern. Steuern für Geld entrichten zu müssen, dass man einerseits selbst erbracht hat UND auf das man andererseits schon einmal Steuern entrichtet hat, das ist fast so absurd wie die Erfindung des Zinseszins. Und in hohem Maße ungerecht.
Damit aber nicht genug. Das Rentenniveau in Deutschland ist im europäischen Vergleich sehr niedrig. Offiziell liegt die sogenannte Nettoersatzquote (die mathematische Größe in den entsprechenden Modellberechnungen) bei gerade einmal 48,2 Prozent. In den meisten anderen europäischen Ländern liegt sie deutlich darüber. Bei unseren Nachbarn in Österreich liegt sie zum Beispiel bei etwa 87 Prozent. In den Niederlanden bei 89 Prozent, in Dänemark bei 84 Prozent.
Außerdem ist das Renteneintrittsalter in Deutschland im europäischen Vergleich sehr hoch. Aktuellen Berechnungen zu folge liegt es derzeit sowohl bei Frauen wie auch bei Männern bei 65,7 Jahren und damit weit über dem EU-Durchschnitt (64,3 Jahre). Während der Unterschied zum Beispiel zu Österreich bei den Männern (65 Jahre) eher gering ist, weicht das Renteneintrittsalter bei Frauen (60 Jahre) deutlich ab.
Dass das deutsche Rentensystem einer Überarbeitung bedarf, ist spätestens seit Norbert Blüm (»Die Renten sind sicher«) bekannt, gemacht wurde wenig bis gar nichts. Auch der aktuelle Vorschlag der Berliner Ampel stellt keine längst erforderliche Verbesserung für die Rentner im Land dar, sondern ist allenfalls eine Verfestigung des Status Quo. Viele Ruheständler werden also auch weiterhin ergänzende Hilfen zum Überleben benötigen oder sich verstärkt als Flaschensammler betätigen müssen.
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