Reichlich Sand im Getriebe bei der CDU
Reichlich Sand im Getriebe bei der CDU
Datum: 22.11.2019 - 10:19 Uhr
In den jüngeren Jahren ihrer Kanzlerschaft schaltete Merkel all die Kritiker an ihrer Politik aus den eigenen Reihen aus, unter ihnen den ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch oder den ehemaligen Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Friedrich Merz. Stattdessen scharte sie Beliebigkeitspolitiker um sich; also Politiker, die man beliebig auf Ministerposten hin- und herschieben konnte. Rückgrat, eigene Meinung oder gar parteipolitische Ambitionen auf höhere Positionen bei ihren Lakaien waren Merkel suspekt. Wer immer auch nur in dem Verdacht stand, möglicherweise eine Herausforderung für sie darstellen zu können, wurde von ihr eiskalt abserviert.
Das Ergebnis der fatalen Merkelschen Vertreibungspolitik zeigt sich jetzt. Die verbliebenen Getreuen haben sich nachhaltig als unfähig, ungeeignet und Fehlbesetzungen herausgestellt. Die aktuelle Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer, kurz AKK, weist verheerende Umfragewerte aus. Selbst in den Reihen der eigenen Partei herrschen große Zweifel an den Qualitäten AKK´s. Doch auch andere derzeit in führenden Positionen befindliche CDU-Politiker gelten alles andere als charismatisch. Armin Laschet aus NRW ist ein solch farbloser Protagonist.
Da ist die Rückkehr des einst von Merkel geschassten Friedrich Merz fast schon als Gewinn für die CDU zu bezeichnen. Wären da nur nicht seine massiven Attacken in alle Richtungen und gegen nahezu jeden in der Partei. Es scheint, als ob Merz die Kaltstellung vor nunmehr zehn Jahren durch die Große Vorsitzende bis heute nicht verwunden hat und nun auf Revanche aus ist. Vor allem gegen AKK ätzt Merz bei jeder Gelegenheit.
In diesem Klima findet aktuell der Bundesparteitag der CDU in Leipzig statt. Die Erwartungen an die Inhalte des Parteitages sind gering; Spannung allein versprechen die zu erwartenden Wortgefechte. Allerdings sehen Experten durchaus die Möglichkeit einer nachhaltigen Spaltung der CDU.
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