Rassenquoten in Südafrika sollen Schwarzen Jobs verschaffen

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Rassenquoten in Südafrika sollen Schwarzen Jobs verschaffen
Datum: 26.07.2023 - 10:31 Uhr

Obwohl die weiße Bevölkerung Südafrikas seit langem von der Regierungspartei ANC auf jede erdenkliche Weise unterdrückt und bekämpft wird, sind die Weißen weiterhin deutlich erfolgreicher als die Schwarzen. Mindestens jeder zweite Schwarze im Land ist arbeitslos, während die Arbeitslosenquote bei Weißen bei 9,5 Prozent liegt. Auch in der Unternehmensführung dominieren die Weißen – sie machen 10 Prozent der Bevölkerung aus – was angesichts der ausgeprägten Unterschiede bei Schul- und Berufsbildung zwischen den Hautfarben nicht verwundert.

Doch dieser »Ungleichheit« will der ANC nun entgegenwirken, indem er in Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten ein System von Rassenquoten einführt. Das Gesetz tritt am 1. September in Kraft.

Die größte Oppositionspartei Democratic Alliance (DA) – die von den meisten Weißen in Südafrika unterstützt wird – protestiert gegen Rassenquoten und plant für den heutigen Mittwoch einen Massenprotest in Kapstadt, berichtet AFP. DA-Chef John Steenhuisen gibt an, dass derzeit 600.000 Menschen Gefahr laufen, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, »weil sie die ‚falsche‘ Hautfarbe haben oder in den ‚falschen‘ Gegenden leben und arbeiten.«

Die Regierung behaupte ihrerseits, dass das Gesetz nicht zu Entlassungen führen werde, schreibt AFP. Tatsächlich ist es aber so, dass dieses neue Gesetz mit seinen »Rassenquoten« genau darauf abzielt. Voranbringen wird es die Wirtschaft des Landes allerdings nicht, weil bei vielen Schwarzen nach wie vor die entsprechenden Voraussetzungen zur effektiven Besetzung dieser Stellen fehlen.

 

 

Sven von Storch

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