Putin ordnet Waffenruhe an
Putin ordnet Waffenruhe an
Datum: 06.01.2023 - 10:04 Uhr
Russland und viele andere Staaten mit orthodoxem Glauben verwenden den julianischen Kalender, während in der Mehrzahl der christlichen Staaten der gregorianische Kalender genutzt wird. Daraus resultiert ein Unterschied von knapp zwei Wochen, in denen die christlichen Feste bei den »Julianern« später stattfinden als bei den »Gregorianern«. In Russland und den anderen Staaten mit julianischem Kalender ist jetzt Weihnachten und deshalb hat Putin über diese Weihnachtstage eine Feuerpause in den umkämpften Regionen im Donbas angekündigt. Das erinnert etwas an den sogenannten »Weihnachtsfrieden 1914«, als an der Westfront die Waffen zwischen Briten und Franzosen auf der einen Seite und des Kaisers Truppen auf der anderen Seite für mehrer Tage schwiegen. Diese Waffenruhe konnte es geben, weil auf beiden Seiten Verständigung und Übereinkunft darüber bestand.
Das ist der große Unterschied zur aktuellen Situation im Donbas. Russland hat mehrfach Angebbote zur Waffenruhe und Feuerpausen unterbreitet, aber Selenskij hat diese abgelehnt. Auch jetzt will Selenskij sich nicht an die Feuerpause halten. Stattdessen lässt er seinen Sprecher laut Guardian verkünden, es gäbe keinen Waffenstillstand, "until Russia removes its invading forces from occupied land" - bis Russland all seine Truppen vom besetzten Gebiet abgezogen hat."
Selenskij behauptet, Russland wolle die Feuerpause nutzen, um den angeblichen Vormarsch der ukrainischen Truppen im Donbas zu verhindern. Die interaktive Karte zeigt, dass die ukrainischen Truppen seit dem vergangenen Februar ein Areal in der Größenordnung von etwa 450.000 Quadratkilometer verloren haben; die Ausgangsposition war ein Territorium von etwa 5.000 Quadratkilometern, welches von den Freiheitskämpfern der Donbas-Republiken seit der Invasion der ukrainischen Verbänden im Sommer 2014 als Reaktion auf die Unabhängigkeitserklärung von Luhansk und Donezk im April 2014 gehalten werden konnte. Ein Vormarsch des ukrainischen Militärs, wie er von Selenskij vermeldet wird, ist auf der interaktiven Karte allerdings nicht zu erkennen.
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