Provoziert Erdogan einen Krieg ums Gas im Mittelmeer_
Provoziert Erdogan einen Krieg ums Gas im Mittelmeer_
Datum: 28.07.2020 - 12:50 Uhr
Der türkische Alleinherrscher Erdogan zündelt derzeit, wo er nur kann. Sein Befehl zum völkerrechtswidrigen Einmarsch von türkischen Bodentruppen in den Norden Syriens hatte bisher lediglich halbherzige Protestnoten zur Folge. Konsequenzen scheint Erdogan hier noch nicht befürchten zu müssen. Auch deutsche Altparteienvertreter beschränkten sich auf sehr dünne Aussagen. Die syrische Assad-Regierung hat derzeit noch ganz andere Probleme zu lösen, sodass sie sich dieses Überfalls derzeit nicht zur Wehr setzen kann.
Ganz anders verhält sich die Situation im Mittelmeer. Dort stemmt sich Griechenland den expansorischen Plänen Erdogans vehement entgegen. Seit geraumer Zeit verletzt der nämlich immer wieder die griechischen Seezonen rund um die zahlreichen Inseln und lässt dort mit Forschungsschiffen Bodenuntersuchungen vornehmen. Erdogan ist auf der Suche nach Gasvorkommen, die er nur zu gerne ausbeuten möchte. Dass diese sich im Territorium anderer Staaten befinden, lässt ihn dabei völlig kalt.
In der vergangenen Woche entsandte er das türkische Forschungsschiff Oruc Reis, um seismografische Untersuchungen in den griechischen Seezonen rund um die Inseln Rhodos und Kreta vornehmen zu lassen. Gleich 15(!) türkische Kriegsschiffe eskortierten dabei die Oruc Reis. Nur hatte Erdogan die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Denn die griechische Marine hatte von den Vorkommnissen in den letzten Wochen und Monaten gelernt, war vorgewarnt und hatte selbst einige Schiffe in die entsprechende Region entsendet.
Unweit der griechischen Insel Kastellorizo nur wenige Kilometer von der türkischen Küste entfernt, brachte die griechische Marine den türkischen Konvoi zum Halten. Waffenstarrend stehen sich beide Flotten gegenüber, die türkische Luftwaffe entsendet sogar noch einige F-16-Kampfjets, die in niedriger Höhe über beide Verbände hinwegdonnern. Die Situation verschärft sich derart, dass das griechische Heer auf dem Festland in Alarmbereitschaft versetzt wird. Letztlich kehren die türkischen Schiffe wieder in ihre Häfen zurück, die Lage ist - vorübergehend - entschärft.
Doch Erdogan wäre nicht Erdogan, wenn er nicht schon wieder zündeln würde. Aktuell meldet die griechische Küstenwache wieder die Präsenz türkischer Kriegsschiffe in unmittelbarer Nähe zu den griechischen Seezonen rund um die Inseln in der Ägäis und im östlichen Mittelmeer.
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