Populäres Urlaubsland kein sicheres Herkunftsland_

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Populäres Urlaubsland kein sicheres Herkunftsland_
Datum: 14.02.2017 - 08:00 Uhr

Merkel traf heute in Berlin mit dem tunesischen Ministerpräsidenten Youssef Chahed zusammen. Einem Bericht in »SPON« zufolge haben Vertreter der »Linken« und von Bündnis90 / Die Grünen vor einem Flüchtlingsabkommen mit dem Heimatland von Anis Amri, dem Mörder vom Berliner Weihnachtsmarkt, gewarnt. Merkel dürfe nicht denselben Fehler begehen, den sie mit Erdogan gemacht hat, sagte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt.

Katja Kipping von den Linken warnte davor, in Tunesien Flüchtlingslager zu errichten. Es sei viel wichtiger, den tunesischen Ministerpräsidenten auf die Einhaltung der Menschenrechte hinzuweisen. Diesen Ansatz unterstrich auch Göring-Eckardt in ihren Ausführungen und bezog sich auf einen Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Angeblich nehmen die Polizeigewalt und Folterungen in Tunesien zu. Dies, so Göring-Eckardt, sei ein »weiterer Beleg dafür, dass Tunesien nicht sicher, sondern in Wirklichkeit ein unsicherer Herkunftsstaat ist.«

Die Weisheiten dieser beiden Politikerinnen hindern deutsche und internationale Reiseveranstalter aber in keiner Weise daran, Tunesien als Urlaubsland reichlichst zu bewerben. Nach den Terroranschlägen aus dem Juli 2015 waren die Touristenzahlen deutlich eingebrochen, haben sich aber im Laufe der letzten zwölf Monate punktuell wieder erholt.

Es entbehrt daher nicht einer gewissen Ironie, wenn ein per Hochglanzprospekt beworbenes Urlaubsland zeitgleich von gewissen politischen Stimmen als nicht sicheres Herkunftsland in der Flüchtlings- und Asylfrage bezeichnet wird.

Sven von Storch

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