Politikwechsel in Bolivien

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Politikwechsel in Bolivien
Datum: 18.08.2025 - 10:47 Uhr

Sensationeller politischer Umschwung

Ergebnisse der bolivianischen Präsidentschaftswahlen deuten darauf hin, dass das Land auf eine beispiellose Stichwahl zusteuert. Der zentristische Außenseiter Senator Rodrigo Paz erhielt mehr Stimmen als die rechten Spitzenkandidaten, allerdings nicht genug für einen klaren Sieg. Die Wahlen am Sonntag beendeten die mehr als zwei Jahrzehnte andauernde linke Dominanz in dem Andenstaat.

Paz und Quiroga in der Stichwahl

Senator Rodrigo Paz, ein zentristischer Außenseiter, erhielt mehr Stimmen als die rechten Spitzenkandidaten, allerdings nicht genug für einen klaren Sieg, wie erste Ergebnisse zeigten. Paz, ein ehemaliger Bürgermeister, der versucht hat, die Oppositionsbestrebungen nach harten Sparmaßnahmen abzumildern, um Bolivien vor einem drohenden wirtschaftlichen Zusammenbruch zu retten, wird gegen den rechtsgerichteten ehemaligen Präsidenten Jorge »Tuto« Quiroga antreten, der Zweiter wurde. Bolivien hält am 19. Oktober die Stichwahl um die Präsidentschaft ab – die erste seit der Rückkehr zur Demokratie 1982.

Evangelikale und Christen sorgen für Politikwechsel

Paz’ Kampagne gewann in den letzten Wochen unerwartet an Fahrt, als er sich mit Edman Lara zusammentat, einem Social-Media-erfahrenen ehemaligen Polizeihauptmann mit evangelikaler Unterstützung, dessen Anhänger ihn als mutigen Anführer sehen, der bereit ist, sich der Korruption in den Sicherheitskräften entgegenzustellen. Nach Auszählung von über 91 Prozent der Stimmen am gestrigen Sonntag erhielt Paz 32,8 Prozent der abgegebenen Stimmen. Quiroga sicherte sich 26,4 Prozent. Um eine Stichwahl zu vermeiden, mussten die Kandidaten die 50-Prozent-Marke überschreiten, d. h. 40 Prozent bei einem Vorsprung von zehn Prozentpunkten.

Schwere Schlappe für das linke Spektrum

Der offizielle Kandidat der MAS, Eduardo del Castillo, belegte mit nur 3,2 Prozent der Stimmen den sechsten Platz. Der linke Kandidat, der als größte Hoffnung der Partei gilt, der 36-jährige Senatspräsident Andrónico Rodríguez, erhielt 8 Prozent der Stimmen. 

Sven von Storch

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