Polen horten Bargeld daheim
Polen horten Bargeld daheim
Datum: 14.04.2025 - 11:22 Uhr
In Polen herrscht derzeit ein Ansturm auf die Geldautomaten. Obwohl die Zentralbank des Landes keine Empfehlungen herausgegeben hat, ist ein starker Anstieg der Bargeldabhebungen zu verzeichnen – insbesondere in Großstädten wie Warschau, Krakau und Breslau. Dies berichtet die polnische Website Salon24. Zu dieser Entwicklung kam es, nachdem sowohl die niederländische Zentralbank als auch die schwedischen Behörden die Bürger aufgefordert hatten, Bargeld zu Hause aufzubewahren. Der Grund: die Sorge, dass Zahlungssysteme bei Cyberangriffen oder schweren Krisen lahmgelegt werden könnten.
»Heben Sie genügend Bargeld ab, damit Sie mindestens eine Woche lang ohne Konto auskommen«, lautet die Empfehlung unter anderem von MSB in Schweden. Nach Angaben der polnischen Zentralbank sind die Bargeldabhebungen innerhalb kurzer Zeit um 35 Prozent gestiegen. In den größten Ballungsräumen beträgt der Anstieg bis zu 40 Prozent. Einige Geldautomaten in Warschau müssen mehrmals täglich aufgefüllt werden. Mehrere Banken in Polen haben damit begonnen, das Limit für die tägliche Geldabhebung anzuheben. Einige Banken denken auch darüber nach, die Öffnungszeiten ihrer Büros zu erweitern.
Auch bei jungen Menschen ist eine Trendwende zu beobachten. Polen ist seit langem eines der bargeldlosesten Länder Europas. Anfang 2024 erfolgten 95,3 Prozent aller Kartenkäufe vollständig digital. Doch dieser Trend steht nun vor einer Umkehr. Das Phänomen ist nicht nur bei älteren Menschen zu beobachten – auch junge Menschen greifen verstärkt zum Bargeld. Finanzexperten warnen davor, sich ausschließlich auf digitale Lösungen zu verlassen. »Sie sollten Bargeld für den Bedarf einiger Tage zu Hause haben. Am besten auch in anderen Währungen«, sagt ein Ökonom gegenüber Salon24.
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