Personalumbau bei WHO zu Gunsten von Gates Vertrauten
Personalumbau bei WHO zu Gunsten von Gates Vertrauten
Datum: 23.05.2025 - 11:12 Uhr
Am 14. Mai 2025 hatte WHO-Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf, tiefgreifende Personalveränderungen in der Führungsebene der Weltgesundheitsorganisation verkündet, wie auch uncut-news zu berichten wusste.
Auch das Fachportal Health Policy Watch berichtete, dass zahlreiche Schlüsselpersonen der COVID-19-Ära entlassen wurden, darunter prominente Gesichter wie Dr. Mike Ryan und Dr. Bruce Aylward, die während der Pandemie weltweit als Repräsentanten der WHO aufgetreten waren. Gleichzeitig jedoch rückten vier Personen ins Zentrum der Organisation, von denen mehrere extrem enge Verbindungen zur Bill & Melinda Gates Foundation und westlichen Gesundheitsbehörden aufweisen. Trotz der sehr bemühten Inszenierung eines personellen Neuanfangs zeigt eine kritische Analyse, dass die neue WHO-Führung wohl kaum Ausdruck eines Bruchs mit der bisherigen Linie, sondern vielmehr eine Festigung bestehender Einflussstrukturen ist.
In ihren Ämtern wurden vier Führungspersonen, wie folgt, bestätigt.
Dr. Jeremy Farrar
Der britische Mediziner war Direktor des Wellcome Trust, einer der größten privaten Geldgeber im globalen Gesundheitsbereich, er arbeitete in dieser Funktion eng mit der Gates-Stiftung zusammen. Farrar war Mitgründer der Impfallianz CEPI (Coalition for Epidemic Preparedness Innovations), die ebenfalls maßgeblich von der Gates-Stiftung finanziert wird. Seit 2023 ist er Chefwissenschaftler der WHO und wurde nun zum stellvertretenden Generaldirektor für Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung befördert.
Dr. Chikwe Ihekweazu
Der nigerianisch-deutsche Epidemiologe leitete zuvor das Nigeria Centre for Disease Control (NCDC) und arbeitete dort mit Programmen, die direkt oder indirekt von der Gates-Stiftung unterstützt wurden. Besonders bemerkenswert, er war zuvor am Robert Koch-Institut (RKI) in Deutschland tätig, sowie am National Institute for Communicable Diseases in Südafrika und der britischen Health Protection Agency. Seit 2021 leitet er das WHO Pandemic and Epidemic Intelligence Hub in Berlin, ein zentrales Projekt zur weltweiten digitalen Überwachung von Infektionskrankheiten und übernimmt nun das wichtige Gesundheitsnotfallprogramm der WHO.
Dr. Yukiko Nakatani
Die japanische Medizinerin war im Gesundheitsministerium Japans tätig und leitet bei der WHO den Bereich Zugang zu Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten. Auch wenn keine direkte Verbindung zur Gates-Stiftung öffentlich dokumentiert ist, arbeitet sie in einem Bereich, der stark durch Gates-finanzierte Programme geprägt ist, etwa bei Impfstoffzugängen und globaler Medikamentenverteilung.
Dr. Razia Pendse
Die indische Medizinerin war in der WHO-Region Südostasien für nichtübertragbare Krankheiten verantwortlich. Seit 2023 ist sie Kabinettschefin von Generaldirektor Tedros. Auch sie trat bei WHO-Investmentrunden auf, bei denen die Gates-Stiftung als Hauptfinanzier präsent war.
Die WHO befindet sich in einer schweren Finanzierungskrise. Für das Jahr 2025 wird ein Defizit von 600 Millionen US-Dollar erwartet, für die Jahre 2026/2027 rund 1,7 Milliarden. Ursache ist unter anderem der Rückzug der USA während der Trump-Administration, aber auch die zunehmende Abhängigkeit der WHO von freiwilligen Beiträgen privater wie auch staatlicher Akteure mit vordefinierten Zweckbindungen.
Die Gates-Stiftung gehört zu den drei größten Einzelgeldgebern der WHO und hat damit de facto erheblichen programmatischen Einfluss. Bereiche wie Impfprogramme, digitale Gesundheitsüberwachung und Pandemievorsorge werden dadurch maßgeblich gelenkt, freilich ganz gezielt vorbei an demokratisch legitimierten Beschlussorganen der Mitgliedstaaten.
Die Neubesetzung des WHO-Führungsteams wirkt somit also kaum wie eine unabhängige Kurskorrektur, sondern eher wie eine gezielte Restrukturierung im Sinne der mächtigsten Geldgeber. Insbesondere die prominente Rolle früherer Partner der Gates-Stiftung, die Entmachtung kritischer Pandemieakteure und die enge personelle Verflechtung mit westlichen Institutionen wie dem RKI zeigen, dass die WHO sich nicht auf dem Weg zu mehr demokratischer Legitimation, sondern vielmehr in einer Phase der Machtkonzentration befindet. In der WHO sind es spätestens seit Corona die Finanziers und nicht mehr die Mitgliedstaaten, die klar den Kurs bestimmen.
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