Pendeln - der tägliche Nervenkrieg auf deutschen Straßen

Veröffentlicht:

Pendeln - der tägliche Nervenkrieg auf deutschen Straßen
Datum: 03.04.2017 - 09:04 Uhr

Es ist ein bekanntes Phänomen: die Meldungen über Verkehrsstaus in den morgendlichen Radiosendungen sind in der Regel länger als die Nachrichtensendung. Auf den Autobahnen und Hauptstraßen in und rund um die Metropolen staut es sich kilometerlang. Morgens auf dem Weg in die Zentren, am Spätnachmittag in der Gegenrichtung. Der ADAC hat in seiner Staustatistik für das Jahr 2015 (die Werte für 2016 liegen noch nicht vor) auf deutschen Autobahnen insgesamt fast 570.000 Staus mit einer Gesamtlänge von 1,1 Millionen Kilometer errechnet. Ein Großteil davon geht auf den sogenannten Pendelverkehr zurück.

Das »manager magazin« hat einen Bericht des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) veröffentlicht, wonach 2015 (auch hier liegen die Zahlen für 2016 noch nicht vor) bundesweit 60 Prozent aller Arbeitnehmer zwischen Wohnsitz und Arbeitsplatz pendelten. Als Pendler werden Personen bezeichnet, die einen periodisch wiederkehrenden Wechsel zwischen Wohnort und Arbeits- bzw. Ausbildungsplatz vornehmen und dabei die Grenze ihrer Wohngemeinde überschreiten.

Besonders hoch ist der Anteil der Berufspendler in München, Frankfurt am Main, Düsseldorf und Stuttgart. Dort sind die Zuwächse auf bereits hohem Niveau noch einmal deutlich gestiegen. Den größten prozentualen Zuwachs jedoch verzeichnet Berlin. Seit der Jahrtausendwende hat die Zahl der Pendler in Berlin um mehr als die Hälfte zugenommen.

Weil der öffentliche Nahverkehr nicht ausreichend ausgebaut ist, um diese Pendlerströme bedienen zu können, weichen viele Menschen auf den Individualverkehr aus. Das Resultat: Staus, Verkehrsstockungen, Stress, Krankheiten.

Sven von Storch

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.

PayPal

Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.

Add new comment

CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.