Parteichef-Casting bei der SPD
Parteichef-Casting bei der SPD
Datum: 05.09.2019 - 08:08 Uhr
Es hat schon fast etwas Hilfloses an sich, wie die SPD auf der Suche nach einem neuen Vorsitzenden ist. Vor allem aber spiegelt die Kandidatur von sage und schreibe 17 Kandidaten den inneren Zustand der Partei wider. Vom gemeinsamen Ziehen an einem Strang kann da keinesfalls die Rede sein; eher von Zwist, Gegenströmungen, Hader, Aufspaltung in verschiedene Flügel. Die jetzt »nur« noch 15 Kandidaten (zwei haben schon vor Beginn der Regionalkonferenzen wieder aufgegeben) sind jetzt auf große Deutschland-Tour gegangen, um sich in 23 Regionalkonferenzen den Parteimitgliedern vorstellen.
Das ist auch bitter nötig, denn auf der langen Liste derer, aus denen die SPD-Mitglieder ihren Chef respektive ihre Chefs wählen sollen, sind jede Menge wenig bis völlig unbekannte Leute. Selbst ein Jan Böhmermann hatte mit einer Kandidatur kokettiert; er hätte der jetzigen Liste lediglich einen weiteren Punkt an Absurdität beigefügt. Jeder, der eine Handvoll Unterstützer beibringen konnte, durfte sich selbst nominieren.
Zwei der sich selbst nominiert habenden, sind bereits vor Beginn der Tournee ausgestiegen. Simone Lange (Oberbürgermeisterin Flensburg) und Alexander Ahrens (Oberbürgermeister Bautzen) haben ihr Interesse für den Chef-Posten aufgegeben, wollen stattdessen das Duo Norbert-Walter Borjans und Saskia Esken unterstützen.
Ein Schnäppchen ist die ganze Chose nicht. Die SPD kalkuliert mit Ausgaben von etwa zwei Millionen Euro. Geld, das über diverse Kanäle in die Parteienschatulle gespült wird und letztlich vom Steuerzahler aufgebracht werden muss.
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