Panzer für den türkischen Despoten
Panzer für den türkischen Despoten
Datum: 15.03.2017 - 08:06 Uhr
Die Türkei ist ein NATO-Partner. Ein großer Anteil ihrer Ausstattung und ihrer Waffen stammt daher aus dem gemeinsamen Pool der Partnerländer des Bündnisses. Allerdings entwickelt auch die Türkei, wie viele andere Partner, eigene Waffen und Waffensysteme. Eines davon ist ein Prestigeobjekt Erdogans: ein neuer, eigener Kampfpanzer mit dem Namen »Altay«. Der Prototyp wurde bereits vorgestellt.
An dem Gemeinschaftsprojekt zur Herstellung dieses Kampfpanzers will sich der deutsche Rüstungskonzern »Rheinmetall« nach Recherchen des »Stern« mit bis zu 40 Prozent beteiligen. Weitere Teilhaber seien laut Bericht die türkische Firma BMC des Geschäftsmanns und Erdogan-Freundes Ethem Sancak sowie die Holding Etika Strategi aus Malaysia. Rheinmetall würde sein Engagement in der Türkei damit deutlich ausweiten. Bereits jetzt produziert der deutsche Rüstungsriese in Zusammenarbeit mit BMC am Standort Izmir militärische Nutzfahrzeuge. Das neue Produktionsgelände wird vermutlich in der Nähe von Karasu errichtet werden. BMC habe sich laut Bericht ein 222 Hektar großes Gelände in der Ortschaft Ihsaniye an der Schwarzmeerküste gesichert.
Ein Protest der Merkel-Regierung gegen ein solches Unterfangen ist nicht vernehmbar. Rheinmetall-Manager Andreas Schwer sieht sich ohnehin im Einklang mit den Vorgaben. Die Türkei sei ein NATO-Partner und ein EU-Beitrittskandidat. Da seien solche Verhandlungen nichts Außergewöhnliches.
Dass dieser Partner laut Angaben des Hochkommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte mit »exzessiver Gewalt« in den kurdischen Gebieten in der südöstlichen Türkei vorgehe und gerade in dicht besiedelten Gebieten mit massiven Panzerattacken agiere, stört weder die Merkel-Regierung noch den Sprecher des Rüstungskonzerns.
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