Panama entzieht Aquarius die Flagge
Panama entzieht Aquarius die Flagge
Datum: 09.10.2018 - 08:07 Uhr
Für die im Mittelmeer aktive selbsternannte Seenotrettungsmission SOS Mediterranee reißen die Probleme nicht ab. Wieder steht ihr Schiff, mit dem sie vor der libyschen Küste junge, kräftige und wehrfähige Männer aufnimmt und per Express in die EU verschifft, vor dem Aus. Die »Aquarius« war zunächst als Versorgungsschiff in Gibraltar registriert worden. Nachdem die dorigen Behörden aber von dem tatsächlichen Einsatz des Schiffes erfuhren, erklärten sie die Registrierung als ungültig. Daraufhin wurde das Schiff als »Aquarius 2« in Panama registriert. Doch nun widerriefen die dortigen Behörden die Registrierung und entzogen dem Schiff die Flagge. Das Schiff ist jetzt also staatenlos.
Für staatenlose Schiffe gibt es praktisch keine Rechte. Das gilbt vor allem für das Anlaufen von Häfen. Länder haben das Recht, staatenlosen Schiffen die Einfahrt in ihr Territorium und vor allem der Häfen einem staatenlosen Schiff zu untersagen. Damit wäre der dubiosen SOS Mediterranee der Geschäftszweig entzogen. Denn wenn sie Häfen von EU-Ländern nicht mehr ansteuern kann, kann sie ihrer Schlepper- und Schleusertätigkeit nicht mehr nachkommen.
Zudem stellt sich die Versorgung des Schiffes mit Treibstoff, Wasser und Lebensmitteln sowie anderen Versorungsgütern als immer schwieriger dar. Selbst wenn sich ein Hafen bereit erklärte, diese Versorgung zu ermöglichen, müssten die entsprechenden Güter vor Ort in bar bezahlt werden. Eine Tankfüllung Brennstoff eines solchen Seelenverkäufers geht da gleich einmal richtig ins Geld. Es ist zweifelhaft, dass der Skipper des Schiffes so viel Bargeld mit an Bord hat.
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