Orthodoxe Juden melden sich in großer Zahl zur Armee

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Orthodoxe Juden melden sich in großer Zahl zur Armee
Datum: 24.10.2023 - 11:07 Uhr

Der Status der orthodoxen Juden unterscheidet sich in vielen Bereichen mitunter deutlich von den anderen Gruppen im Land. Eine Besonderheit ist die bereits bei der Staatsgründung 1948 vereinbarte Befreiung von Talmud-Schülern vom allgemeinen Wehrdienst. Diese verpflichteten sich im Gegenzug dazu, ihr ganzes Leben ausschließlich dem Studium der Thora zu widmen. 1948 betraf das ganze 400 (in Worten: vierhundert) junge Männer. Staatsgründer David Ben Gurion war nach der Shoah die Einheit unter den Juden ein zentrales Anliegen. Er wollte in dem neuen jüdischen Staat die Religionsschulen bewahren und gewährte den orthodoxen Juden daher diese und einige andere besondere Privilegien.

Im Laufe der Jahre aber nahm die Zahl der Studenten an den Talmud-Schulen massiv zu. In der Zwischenzeit sind etwa 70.000 Männer und Frauen an den zahlreichen Schulen angemeldet. Einige von ihnen haben mehr immatrikulierte Schüler und Studenten als die staatlichen israelischen Schulen und Universitäten. Auch wenn den Talmud-Schülern in der Zwischenzeit der Weg zur Armee offen steht, blieben sie in der Vergangenheit eher fern. Ihrer Überzeugung nach kann nicht Gewalt die Lösung sein, sondern alleine das Gebet schütze Israel und die Juden.

Doch seit dem 7. Oktober, dem heimtückischen Überfall der Hamas und den von ihr verübten Massaker an Zivilisten, an Frauen, Kindern, Alten, bricht sich eine grundlegende Änderung dieser Sichtweise Bahn. Weit über 2.000 Anträge von orthodoxen und sogar ultra-orthodoxen Juden sind bei der Armee auf Aufnahme eingegangen, heißt es in einem Beitrag der Tagesschau.

Das ist einerseits durchaus erfreulich für die israelische Armee, sorgt aber andererseits für Probleme. Denn im Umgang mit orthodoxen Juden in der Armee ist man noch nicht so wirklich firm. Deswegen will man nun unverzüglich Programme erstellen, um die neuen Freiwilligen so schnell wie möglich zu einem »Teil unserer Kriegsanstrengungen« zu machen, wie Armeesprecher Daniel Hagari sagt.

 

 

Sven von Storch

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