Optische Umweltverschmutzung in Steglitz

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Optische Umweltverschmutzung in Steglitz
Datum: 04.08.2017 - 11:29 Uhr

Der Steglitzer Kreisel ist zu äußerst zweifelhafter Berühmtheit gelangt. Schon während der Errichtung musste die Bauträgergesellschaft 1974 Insolvenz anmelden. Der damals SPD-geführte Senat hatte leichtfertig eine Bürgschaft unterzeichnet und musste in die Bresche springen. Rund 42 Millionen D-Mark (kaufkraftbereinigt heute etwa 60 Millionen Euro) wurden somit aus der Stadtschatulle gerissen. Schon damals war die SPD ganz groß darin, das Geld anderer Menschen auszugeben. 

1990 wurde festgestellt, das reichlich mit Asbest belastete Materialen im Kreisel verbaut worden waren. Eine zunächst erfolgte Sperrung des Büroturms und letztlich der Leerstand des gesamten Gebäudes waren die Folge. Auch hier schmeißt der Senat mit beiden Händen das Geld aus dem Fenster: seit 2007, also nun mehr zehn Jahren, kostet dieser Leerstand 700.000 Euro - pro Jahr!

Aktuell hat sich wohl ein Interessent gefunden, der den gesamten Komplex umbauen will. Wohnungen sollen geschaffen werden. Doch nicht etwa Wohnungen, die von Menschen mit kleinem oder mittleren Einkommen bezahlt werden können. Weit gefehlt. 300 exklusive Eigentumswohnungen wollen die neuen Eigentümer im Hochhaus errichten. Für Menschen mit dem etwas dickeren Geldbeutel natürlich.

Und so fügt sich dann auch alles zusammen: die neuen Eigentümer haben ihre Zustimmung gegeben, dass bis zur Bundestagswahl überdimensional große Wahlwerbung für die Partei der Leute mit dem etwas dickeren Geldbeutel gemacht werden darf. Auf 400 Quadratmeter Größe wartet die CDU dann mit optischer Umweltverschmutzung auf; finanziert von nicht genannten Spendern.

Sven von Storch

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