ÖVP vorne, FPÖ und SPÖ nahezu gleichauf

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ÖVP vorne, FPÖ und SPÖ nahezu gleichauf
Datum: 26.09.2019 - 10:23 Uhr

Die »Ibiza-Affäre« rund um H. C. Strache von der FPÖ sorgte für den Bruch der schwarz-blauen Regierungskoalition unter Kanzler Kurz (ÖVP). Obwohl Strache seinerseits nach Bekannwerden des Videos eigenständig von allen politischen Ämtern zurücktrat, ließ Kurz die bis dahin recht gut arbeitende Koalition platzen, sodass am 29. September Neuwahlen stattfinden werden.

Der Schachzug Kurz´ wird allerdings laut Umfragen nur bedingt aufgehen. Seie ÖVP wird mit Sicherheit als stärkste Partei aus der Neuwahl hervorgehen, allerdings wird der Stimmengewinn seiner Partei nur bei etwa zwei Prozent liegen. Derzeit wird ein Stimmenanteil von 33,5 Prozent für die ÖVP erwartet. Das bedeutet,, dass Kurz als Koalitionspartner entweder wieder eine der beiden größeren Mitbewerber (FPÖ oder SPÖ) zur Regierungsbildung benötigt oder aber er auf eine Drei-Parteien-Koalition mit Grünen und Neos setzen muss. Letzteres ist allerdings recht unwahrscheinlich, da sich Kurz weder bei den Grünen noch bei den Neos sonderlich großer Beliebtheit erfreut.

Der FPÖ hat die Affäre weniger geschadet als es Kurz vermutlich gehofft hat. Sie wird mit 22 Prozent etwa gleichstark mit der SPÖ prognostiziert. Beide holten bei der vorherigen Wahl noch 26 Prozent (FPÖ) respektive 26,9 Prozent (SPÖ) Stimmenanteil und gelten bei Beobachtern aktuell beide als mögliche Koalitionspartner. Allerdings dürften die Verhandlungen für Kurz alles andere als einfach werden. Sein Verhältnis zu den Spitzenkandidaten beider Parteien (Norbert Hofer, FPÖ / Pamela Rendi-Wagner, SPÖ) gilt als problembehaftet. Kurz bezeichnete Rendi-Wagner in einem der jüngsten TV-Runden der Spitzenkandidaten vor versammelten Fernsehpublikum als arrogant. Und bei der FPÖ sind die Erinnerungen an Kurz´ dubioser Rolle rund um H. C. Strache noch lange nicht vergessen.

Sven von Storch

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