ÖVP stürzt bei Landtagswahl in Tirol um fast zehn Prozent ab
ÖVP stürzt bei Landtagswahl in Tirol um fast zehn Prozent ab
Datum: 26.09.2022 - 09:53 Uhr
Das Bundesland Tirol ist das politische Rückgrat der Österreichsichen Volkspartei (ÖVP). Hier holten die Mannen unter dem einstigen Kanzler Kurz wie auch unter dem jetzigen Kanzler Nehammer bei regionalen und überregionalen Wahlen in der Regel ihre besten Ergebnisse. Bei der vorherigen Landtagswahl 2018 lag der Stimmenanteil bei fast 44,3 Prozent. Das reichte, um gemeinsam mit den Grünen (knapp 10,7 Prozent) ein Zwei-Parteien-Bündnis und somit eine schwarz-grüne Regierung auf die Beine zu stellen. Davon ist man nach dem jetzigen Wahlergebnis weit entfernt. Für die OVP geht es um knapp 9,6 Prozent runter auf 34,7 Prozent. Die Grünen verlieren knapp 1,5 Prozent und kommen jetzt auf 9,2 Prozent. Das reicht bestenfalls für eine tolerierte Minderheitsregierung - oder aber es müssen sich neue Bündnisse finden.
Weil die ÖVP aber kategorische eine mögliche Zusammenarbeit mit der FPÖ ausschließt, die ihren Stimmenanteil um über 3,3 Prozent auf jetzt fast 18,9 Prozent erhöhen konnte, bliebe nur die Option eines Mehrparteienbündnisses oder aber eine sogenannte »Große Koalition« mit der SPÖ, die ihr Ergebnis von knapp 17,5 Prozent aus 2018 bestätigen konnte. Ob die SPÖ sich aber als Juniorpartner dem bisherigen ÖVP-Landeshauptmann Anton Mattle (vergleichbar mit dem Ministerpräsidenten in Deutschland) zur Verfügung stellen wird, ist mehr als fraglich. Mattle hat im Wahlkampf ziemlich schwere Geschosse gegen die SPÖ und deren Kandidaten Georg Dornauer aufgefahren.
Mit im neuen Landtag vertreten werden auch die FRITZ-Partei (9,90 Prozent) und die NEOS (knapp 6,3 Prozent) sein. Keine von beiden aber hatte bisher Ambitionen geäußert, mit der ÖVP zusammen zu arbeiten. Für alle anderen Parteien war die parlamentarische Hürde zu hoch.
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