Obama zweifelt an einem Sieg von Harris gegen Donald Trump

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Obama zweifelt an einem Sieg von Harris gegen Donald Trump
Datum: 26.07.2024 - 10:11 Uhr

Nach Bidens kurzfristigen Ausscheiden aus dem Präsidentschaftsrennen am vergangenen Sonntag und seiner sofortigen Unterstützung seiner Vizepräsidentin hat sich der Großteil der demokratischen Elite schnell hinter Harris gestellt – aber Obama ist eine bemerkenswerte Ausnahme. »Obama ist sehr verärgert, weil er weiß, dass sie nicht gewinnen kann«, wird eine Quelle aus dem Biden-Clan in der New York Post zitiert. »Obama weiß, dass sie einfach inkompetent ist – die Grenzzarin, die nie die Grenze besucht hat und sagt, dass alle Migranten eine Krankenversicherung haben sollten. Sie kann die Landminen, die vor ihr liegen, nicht umschiffen.«

Der Wendepunkt für den 81-jährigen Biden kam nach seinem desaströsen Auftritt gegen Trump in einer im Fernsehen übertragenen Debatte in Atlanta letzten Monat – die laut Zeitungsbericht Teil einer angeblich aufwendigen Inszenierung war, um ihn aus dem Rennen zu nehmen. Aber die Quelle hat keine großen Hoffnungen auf eine Fernsehdebatte zwischen Trump und Harris. Als Biden noch im Rennen war, war für den 10. September eine zweite Debatte angesetzt. »Warten Sie bis zur Debatte … Sie kann nicht debattieren. Sie wird in Sachen Israel, Palästina und Ukraine ins Fettnäpfchen treten. Sie wird etwas wirklich Dummes sagen«, sagt die Quelle. »Obama wusste, dass das passieren würde, Joe wusste, dass das passieren würde. Jetzt wird sie echte Fragen beantworten müssen.«

Das Weiße Haus antwortete nicht auf die Bitte der Post um einen Kommentar zu dieser Geschichte. Laut der Quelle war es Obamas Hoffnung, Biden aus dem Weg zu räumen, und ein von George Clooney in der New York Times verfasster Kommentar, in dem er ihn zum Rücktritt aufforderte, war Teil dieses Plans. Die Führungsriege der Demokratischen Partei hatte jedoch nicht damit gerechnet, dass Biden Harris sofort unterstützen würde, und »Obama war schockiert«, als der Präsident sie unterstützte, so der Insider.

Nach Bidens Sturz wollte Obama – der am Mittwoch auf eine Bitte um Stellungnahme nicht reagierte – den Senator von Arizona und ehemaligen Astronauten Mark Kelly »ganz oben auf der Liste« haben, wenn der Parteitag der Demokraten nächsten Monat stattfindet, so die Quelle. Obama ist »wütend«, dass die Dinge nicht zu seinen Gunsten gelaufen sind, »weshalb er sich der Unterstützung der Demokratischen Partei für Harris nicht anschließt«, fügte die Biden-Quelle hinzu.

Eine andere gut informierte demokratische Quelle sagte: »Dass Obama von einer klugen politischen Entscheidung überrascht wurde, ergibt tatsächlich Sinn, wenn man seine persönliche Unfähigkeit bedenkt, Politik über seine einzelnen, unmittelbaren Interessen hinaus zu sehen. Obama denkt immer, er sei der klügste und coolste Typ im Raum. Schließlich ist er mit George Clooney befreundet.«

Laut Blagojevich hat sich Barack Obama bei der Führung der Demokratischen Partei wie ein altmodischer Chicagoer Bezirkschef verhalten. Rod Blagojevich, der in Ungnade gefallene ehemalige Gouverneur von Illinois, der Obama in einem Leitartikel des Wall Street Journal am Dienstag als »Bedrohung für die Demokratie« bezeichnete, sagte der Post, er glaube, »Obama war maßgeblich daran beteiligt«, Biden aus dem Rennen zu werfen. Blagojevich, ein ehemaliger US-Demokrat, der jetzt Trump unterstützt, war Gouverneur von Illinois, als Obama 2005 Staatssenator wurde. »Ohne ihn [Obama] wäre es [Bidens Ausscheiden aus dem Rennen] nicht möglich gewesen«, sagte Blagojevich der Post. »Ohne Obama wäre Biden immer noch der Kandidat der Demokraten. Obama war der Dirigent, der das Orchester leitete, das Biden davon überzeugte, zurückzutreten.«

Obama beendete seine Tätigkeit als Senator von Illinois, als er 2008 zum Präsidenten gewählt wurde, während Blagojevich 2009 wegen des Versuchs, Obamas vakanten Senatssitz zu verkaufen, angeklagt, seines Amtes enthoben und ein Jahr später wegen Korruption verurteilt wurde.

Obamas Überredung Bidens, 2016 nicht für die Präsidentschaft zu kandidieren, um Hillary Clinton eine Chance auf das Weiße Haus zu geben, ist Berichten zufolge seitdem ebenfalls ein Streitpunkt zwischen den beiden. »Er war nicht ermutigend«, sagte Biden später der New York Times und bezog sich damit auf den ehemaligen Präsidenten, der damals glaubte, dass die ehemalige Außenministerin eine bessere Chance hätte, Trump zu schlagen. »Er führt die Demokratische Partei wie ein Chicagoer Bezirksboss, aus dem Schatten des Hinterzimmers«, fuhr Blagojevich fort. »In diesem Fall ist es ein großes Hinterzimmer, weil er viele große Häuser hat.«

Die deutschen »Qualitätsmedien« berichten hingegen samt und sonders in völliger Übereinstimmung - und fernab der Fakten - von der angeblichen Unterstützung Obamas für Harris. Derlei Meldungen stammen mutmaßlich aus der Relotius-Feder.

Sven von Storch

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