Nur jeder vierte Ukraine-Flüchtling arbeitet hierzulande

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Nur jeder vierte Ukraine-Flüchtling arbeitet hierzulande
Datum: 05.02.2024 - 10:41 Uhr

 Die in Deutschland ankommenden »Flüchtlinge« aus der Ukraine bekommen in Relation zu den »Flüchtlingen« aus anderen Ländern eine Vorzugsbehandlung: sie erhalten ohne großen bürokratischen Aufwand sofort einen Schutzstatus, werden in die Gesundheits- und Sozialsysteme unmittelbar integriert und erhalten ebenso direkt eine Arbeitserlaubnis. Diese Vorzugsbehandlung gilt für sie auch in den meisten anderen Staaten der EU.

Aber gerade bei den Zahlen der arbeitenden Ukraine-»Flüchtlingen« unterscheiden sich die Zahlen respektive die Quoten in den Ländern der EU doch deutlich. In Dänemark zum Beispiel sind 78 Prozent jenes im Land befindlichen Personenkreis in einem Arbeitsverhältnis. In Tschechien sind es 66 Prozent, in Polen 65 Prozent, in Schweden und Großbritannien sind es je 56 Prozent und in den Niederlanden immerhin auch noch 50 Prozent. Nur hierzulande liegt diese Quote mit 25,2 Prozent deutlich unter den Werten der anderen Länder. Das hat die Bild heute berichtet mit Bezug auf Zahlen des  Politikwissenschaftlers Dietrich Thränhardt (82, Uni Münster), der die für die Friedrich-Ebert-Stiftung ermittelt hat.

Ohne dass in dem Beitrag die Frage, warum diese Zahlen so unterschiedlich sind, offen beantwortet werden, finden sich dennoch einige interessante Hinweise. So erhalten sie in Tschechien lediglich 200 Euro Soforthilfe, nach fünf Monaten 130 Euro. Krankenversicherung und Kosten für die Unterbringung in einer Sammelunterkunft werden nur befristet übernommen. Und in Polen gibt es eine Einmalzahlung von 66 Euro sowie 110 Euro Kindergeld pro Monat, ansonsten aber keine Sozialhilfe. Nach vier Monaten muss die Sammelunterkunft zur Hälfte selbst bezahlt werden.

Und in Deutschland? Da streichen erwachsene Ukrainer den regulären Bürgergeldsatz (563 Euro) ein, Kinder bekommen je nach Alter zwischen 357 und 471 Euro. Zudem werden Wohn- und Nebenkosten übernommen. Bei solchen Beträgen könnte der Verdacht aufkommen, dass bei dem einen oder anderen die Lust, eine reguläre Arbeit aufzunehmen, wohl doch gegen Null tendiert.

Da sorgen dann auch Sofortmaßnahmen wie der Job-Turbo von Heil (SPD) nicht wirklich für Abhilfe.

Sven von Storch

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