Nordkorea sprengt innerkoreanisches Verbindungsbüro

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Nordkorea sprengt innerkoreanisches Verbindungsbüro
Datum: 16.06.2020 - 10:49 Uhr

Ruhig ist es geworden um den nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un. Zeitgleich mit der Ausbreitung des Corona-Virus verschwand er von der Bildfläche und fast gänzlich aus der öffentlichen Wahrnehmung. Nicht, dass er wirklich vermisst wurde; auf seine permanenten verbalen Angriffe gegen Südkorea, Japan, die USA und den Rest der Welt konnte gut verzichtet werden. Dass sie überhaupt ausgeblieben sind, wird erst jetzt klar, nachdem seine Schwester Kim Yo Jong offensichtlich die Aufgabe übernommen hat, gegen Südkorea zu hetzen und das Klima nachhaltig zu vergiften.

Vor einigen Tagen hatte sie bereits mit einer Militäraktion gegen den demokratischen Nachbarn im süden gedroht, aktuell ließ sie das innerkoreanische Verbindungsbüro in Kaesong sprengen. Kaesong liegt nur einen Kilometer von der Grenze entfernt, das Verbindungsbüro diente oftmals als Treffpunkt von Deligationen aus beiden koreanischen Ländern oder auch mit Vertretern aus den USA. Am vergangenen Samstag wurde das Büro gesprengt, eines »komplett nutzlosen Nord-Süd-Verbindungsbüros«, wie es Kim Yo Jong in ihrer Mitteilung zu der Aktion betonte.

Auch die nordkoreanische Armeeführung geht aktuell massiv auf Konfrontationskurs. Man plane, heißt es heute, einen Aktionsplan, um »die Frontlinie in eine Festung zu verwandeln.« Gemeint ist damit der 1945 als Demarkationsline zwischen dem von der Roten Armee besetzten Norden des Landes und den von US-Truppen besetzten Süden festgelegte 38. Breitengrad. Im Laufe der Jahre wurde diese Demarkationslinie nach und nach befestigt und stellt heute das tödlichste, am meisten mörderische und am schärfsten bewachte Areal auf unserem Globus dar.

Angeblich, so vermeldete es das dem Regime unterwürfige nordkoreanische Fernsehen, seien diese Schritte eine Antwort auf eine Flugblattaktion aus Südkorea. Diese seien per Luftballons in den Norden geschickt worden, auf den Flugblättern würde man Nordkorea Menschenrechtsverletzungen vorwerfen und die Atompolitik kritisieren.

Kim Jong Un war in diesem Zusammenhang weder zu sehen noch zu hören.

Sven von Storch

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