No-go-Areas für Juden in Berlin

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No-go-Areas für Juden in Berlin
Datum: 13.02.2017 - 13:03 Uhr

Die "Zeit" berichtet in ihrer Ausgabe vom 12. Februar von Jehuda Teichtal, einem orthodoxen Rabbi, der aus New York stammt und seit 20 Jahren in Berlin lebt. Gemeinsam mit der Reporterin und einem Fotografen der Zeitung machte Teichtal einen Selbstversuch und besuchte Neukölln, den mit Kreuzberg zusammen wohl am stärksten muslimisch geprägten Stadtteil Berlins.

Seine Frau, so gibt der Rabbi in dem Bericht unumwunden zu, war von diesem Selbstversuch wenig angetan. Morgens, als er das Haus verließ, so schreibt die Zeit, habe ihn seine Frau Leah noch gefragt, ob es wirklich Neukölln sein müsse. Sie habe Angst um ihn gehabt. Und auch ihm war nicht ganz wohl bei dem Gedanken: "Ich komme aus New York.Dort habe ich niemals so ein Gefühl gehabt wie hier auf der Straße. Es kann doch nicht sein, dass ich Angst haben muss, hierher zu kommen! Dass ich Angst um meine Kinder haben muss! Das ist doch nicht normal!"

Seiner jüngsten Tochter widerfuhr vor wenigen Tagen ein Erlebnis, welches sich auf deutschem Boden so nicht mehr ereignen sollte. Im Sportunterricht hatte ein muslimischer Mitschüler gesagt, er wolle keine Juden in seiner Mannschaft. Sie war, so liest man in der Zeit, plötzlich nicht mehr ein Mädchen von vielen, sie war eine Jüdin. Ausgegrenzt wegen ihres jüdischen Glaubens. In Deutschland im Jahr 2017.

Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin, kurz Rias, hat für Berlin über 400 Straftaten pro Jahr registriert, darunter auch Gewaltverbrechen. Etwas mehr als ein Drittel der Taten (ca. 150) werden seitens der Polizei rechtsextremistischen Gruppen zugeordnet, die anderen Taten gehen auf die Kappe von muslimischen Tätergruppen.

Sven von Storch

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