NGO-Schiffe bleiben in den Häfen
NGO-Schiffe bleiben in den Häfen
Datum: 14.08.2017 - 07:30 Uhr
Die harte Linie der italienischen Regierung sowie das ebenfalls angekündigte konsequente Vorgehen der libyschen Küstenwache gegen die auf der sogenannten Mittelmeerroute eingesetzten Schiffe der diversen regierungsunabhängigen Organisationen (NGO) zeigt Wirkung. Bis auf eine einzige Organisation haben alle anderen NGO ihre Schiffe in die umliegenden Häfen gesendet und ihre Aktionen eingestellt. Hintergrund ist unter anderem auch, dass einige dieser »Rettungsdienste« sich weigerten, den von Italien als verbindlich vorgelegten Verhaltenskodex zu unterzeichnen. Ein Schiff einer Organisation wurde daraufhin unter dem Vorwurf der Schlepperei, offiziell Unterstützung zur illegalen Einreise, in einem italienischen Hafen beschlagnahmt.
Auch die libysche Küstenwache rückte den NGO-Schiffen in der jüngeren Vergangenheit immer näher und überwachte deren Aktionen mit Argusaugen. Vor allem der Vorwurf, dass die »Retter« Hand in Hand mit den kriminellen Schleppern arbeiteten und die Migranten unmittelbar vor der libyschen Küste, also innerhalb der libyschen Seezone, abholten und per Express nach Italien beförderten, wurde immer wieder erhoben und immer lauter. Libyen hatte das Befahren der eigenen Seezone für fremde Schiffe untersagt und angekündigt, Verstöße konsequent zu ahnden und verfolgen.
Doch nicht nur das Vorgehen der Behörden hat wohl für diesen Schritt gesorgt. In den sozialen Netzwerken melden die NGO einen drastischen Spendenrückgang, sodass die Finanzierung der Schiffe immer schwieriger wird. Offenbar wollen die Menschen ihr Geld nicht dafür ausgeben, dass mit diesen Mitteln Migranten in die EU eingeschleust werden.
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