Neue Masche beim Asylbetrug_ Scheinvaterschaften

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Neue Masche beim Asylbetrug_ Scheinvaterschaften
Datum: 06.06.2017 - 10:11 Uhr

Seit vielen Jahren ist bekannt, dass viele deutsche Frauen einen ausländischen Mann heiraten, damit dieser ein Aufenthaltsrecht in Deutschland erhält. 2010 berichteten die »Stuttgarter Nachrichten«: Es käme häufig vor, dass eine Ehe geschlossen werde, um an eine Aufenthaltserlaubnis zu gelangen. Der Stuttgarter Anwalt Martin Grüninger sagte, dass vielfach die Eheschließung »von vorneherein ein klares Geschäft sei, bei dem entsprechende Zahlungen« geleistet würden. Die Dunkelziffer der aus dieser Motivationslage geschlossenen Ehen sei entsprechend hoch.

Nun aber sehen sich die deutschen Behörden einem neuen Phänomen gegenüber. Immer mehr deutsche Männer verschaffen schwangeren Asylbewerberinnen durch eine Anerkennung der Vaterschaft eine Aufenthaltserlaubnis in Deutschland. De facto kennen sich der angebliche Vater und die werdende Mutter gar nicht; der Mann wird »sein« Kind auch nie kennenlernen, sondern stattdessen mit bis zu 5.000 Euro für seine Unterschrift entlohnt. Da diese Männer häufig, so heißt es seitens der Berliner Staatsanwaltschaft, aus prekären Verhältnissen stammen, müssten sie auch keine Leistungen für die Kinder erbringen; dies übernimmt der Staat.

Gegenüber dem rbb sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, dass man Einzelfälle habe, in denen ein Mann bis zu zehn solcher Vaterschaften anerkannt habe. Insgesamt, so heißt es in dem Bericht, geht man allein in Berlin von mindestens 700 derartiger Fälle von Asylbetrug aus; die Dunkelziffer sei erheblich höher.

Das Besondere an dieser Vorgehensweise ist, dass das Kind, sobald es auf die Welt gekommen ist, durch die Anerkennung der Vaterschaft seitens eines deutschen Mannes automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft erhält; die Mutter darf dann ganz legal in Deutschland bleiben.

Sven von Storch

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