Neue Flüchtlingsroute über das Schwarze Meer befürchtet
Neue Flüchtlingsroute über das Schwarze Meer befürchtet
Datum: 22.08.2017 - 09:14 Uhr
Innerhalb von einer Woche hat die rumänische Küstenwache zwei Schlepperboote mit »Flüchtlingen« aufgegriffen. Sie waren an der türkischen Küste ins Schwarze Meer gestochen und hatten Ziel auf Rumänien genommen. Insgesamt wurden 139 Migranten aufgegriffen sowie zwei Türken, ein Bulgare und ein Zypriote als potenzielle Schlepper festgenommen und in Gewahrsam verbracht. Nun befürchten die Behörden in Rumänien, dass durch das massive Vorgehen der libyschen Küstenwache gegen Schlepper und angebliche Hilfsorganisationen, die häufig Migranten innerhalb der libyschen Seezone aufgenommen und direkt nach Italien eskortiert hatten, neue Wege nach Europa gesucht und gefunden werden. Das Schwarze Meer sei ein solcher Weg.
Da Rumänien als eines der ärmsten Staaten Europas gilt, waren bisher nur wenige Menschen in das Land geflohen. Auch bei der befürchteten Zunahme der Migration über das Schwarze Meer würde Rumänien weiterhin Transferland bleiben. Doch für die Sicherung der EU-Außengrenze seien die Sicherheitskräfte weder ausreichend in Zahl noch geschult. Zufallstreffer wie jetzt die beiden Boote oder auch an der rumänischen Westgrenze zu Ungarn, in den Laderäumen zweier LKW wurden insgesamt 66 »Flüchtlinge« aufgegriffen, seien eher die Ausnahme denn die Regel.
Man benötige daher Unterstützung der anderen EU-Länder, um die illegale Migration über die lange Küstenlinie am Schwarzen Meer effektiv bekämpfen zu können. Die 225 Kilometer Küstenlänge könnten mit den jetzigen Kräften nur unzureichend gesichert werden, heißt es aus Regierungskreisen. Zudem böte gerade das Donau-Delta gute Versteckmöglichkeiten.
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