Neue Farbenlehre im Bundestag
Neue Farbenlehre im Bundestag
Datum: 25.09.2017 - 07:34 Uhr
Der neue Bundestag wird vielfältiger und vermutlich wesentlich voller, als es Beobachter sich bisher vorstellen können. 709 Parlamentarier werden zukünftig im Plenum Platz finden müssen, verteilt auf sieben Parteien. Neu dabei ist die AfD mit 94 Abgeordneten, zurück auf dem Bundesparkett ist die FDP mit 80 Parlamentariern. Doch nicht nur die Rückkehr der »Gelben« (FDP) und der Einzug der »Blauen« (AfD) erweitern das Farbenspektrum. Auch hinsichtlich der neuen Regierung wird man sich im Land vermutlich an eine neue, auf Bundesebene sehr gewöhnungsbedürftige Farbkonstellation zu gewöhnen haben.
Das Regierungsbündnis aus Union und SPD ist am Ende. Das Alte und Morsche, die »GroKo«, ist zusammengebrochen. Die SPD hat sich bereits noch am Wahlabend darauf verständigt, in der kommenden Legislatur in die Opposition zu gehen und räumt das Feld für eine neue Regierungskonstellation. Merkels CDU wird als stärkste Partei zunächst wieder mit der Regierungsbildung beauftragt und die Auguren reden ein sogenanntes Jamaika-Bündnis mit der FDP und den Grünen herbei. Aber deren Repräsentanten waren in den ersten Stellungnahmen am gestrigen Abend wenig angetan von einem solchen Ansinnen. Die große Lust am Regieren unter einer Merkel war bei den Vertretern der potenziellen Juniorpartnern doch relativ überschaubar, um nicht zu sagen nicht vorhanden.
Der größte Verlierer der bisherigen Regierung allerdings sind weder die CDU noch die SPD, sondern ist die ausschließlich in Bayern antretende CSU. Sie holte auf Länderebene gerade einmal 38,8 Prozent. Das ist ein Verlust von 10,7 Prozent gegenüber der Wahl von 2013 und gleichzeitig das schlechteste Wahlergebnis seit 1949.
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