NATO provoziert Russland mit weiteren Truppenstationierungen

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NATO provoziert Russland mit weiteren Truppenstationierungen
Datum: 01.11.2016 - 09:05 Uhr

Die östlichen, neuen Mitgliedsländer der NATO, beschwören nahezu täglich die russische Bedrohung herauf. Es vergeht kein Tag, an dem keine Forderungen nach Stationierungen neuer, zusätzlicher Einheiten aus Polen, Lettland oder Rumänien an die Öffentlichkeit gelangen. Die von den USA geführte NATO kommt solchen Wünschen in der Regel nur zu gerne und relativ zeitnah nach; kann sie doch auf diese Weise ihre Interessensphäre bis direkt an die russische Grenze ausdehnen, ohne sich offiziell der Kriegstreiberei schuldig zu machen.

Diesen Vorwurf sieht sich Russland dagegen regelmäßig ausgesetzt, wenn es Truppenübungen im Land durchführt. Wobei, auch das sollte nicht unerwähnt bleiben, die Okkupation/Befreiung der Krim sowie zahlreicher Landstriche in der Ostukraine völkerrechtlich mehr als umstritten sind. In der Nähe dieser Krisenregionen Manöver durchzuführen berechtigt durchaus zum Vorwurf der Provokation.

Das gilt aber nicht minder für die Stationierung weiterer NATO-Verbände unmittelbar an der russischen Grenze. Einheiten aus jetzt 15 Ländern befinden sich in Lettland (kanadische, albanische, italienische, polnische und slowenische Truppen), Litauen (Truppen aus Deutschland, Belgien, Frankreich, Kroatien, Norwegen, Luxemburg und den Niederlanden bilden das NATO-Kontingent), Estland (hier sammeln sich Einheiten aus Großbritannien, Dänemark und Frankreich) sowie in Polen (USA, Großbritannien und Rumänien).

Ein derartiges Sammelsurium von Soldaten und Kriegsgerät an den eigenen Grenzen sorgt in Russland für ein gewisses Maß an Unruhe. An den letzten vergleichbaren Aufmarsch eines solch gemischten Truppenkontingents hat man in Russland keine positiven Erinnerungen. Am Vorabend des »Fall Barbarossa«, dem Einmarsch der Achsenmächte in Russland im Juli 1941, hatten sich Verbände aus der Wehrmacht sowie der verbündeten wie auch Freiwilligenverbände aus den niedergeworfenen Staaten respektive okkupierten Gebieten zum Marsch gen Moskau versammelt.

Auch wenn die Vorzeichen heute ganz andere als 1941 sind, so ist der »Große Vaterländische Krieg« mit über 27 Millionen Toten ein fester Bestandteil der russischen Seele. Truppenaufmärsche an der eigenen Grenze werden daher mit Sorge gesehen und auch als Provokation interpretiert. Noch aber, so hat Putin vor wenigen Tagen erklärt, halte man sich in Moskau zurück. Die NATO aber und insbesondere die USA sollten ihre Provokationen unterlassen. Denn Russland hält sich immer noch zurück.

Quelle: https://www.contra-magazin.com/2016/11/wenn-das-keine-nato-aggression-ist-was-dann/

Sven von Storch

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