Nato-General bezeichnet Gotland als unsinkbaren Flugzeugträger
Nato-General bezeichnet Gotland als unsinkbaren Flugzeugträger
Datum: 30.05.2022 - 10:39 Uhr
Der Vertrag zwischen Schweden und der NATO ist noch nicht geschlosssen und schon lebt der eine oder andere US-General einen feuchten Expansionstraum laut aus. So wie am vergangenen Freitag der amerikanische Armeegeneral Christopher Cavoli im Senat in Washington. Er, Cavioli, freue sich auf den Beitritt Schwedens und Finnlands. Vor allem freue er sich über den Zugang zu der Insel Gotland, die er in seiner Rede mit eigenen Worten als »unsinkbaren Flugzeugträger« bezeichnet.
Hintergrund seines Auftritts war seine zukünftige Verantwortlichkeit als ranghöchster militärischer Oberbefehlshaber der NATO in Europa. Laut Christopher Cavoli werden die Verteidigungskräfte der beiden nordischen Länder einen bedeutenden Beitrag zur NATO in Europa leisten. Finnland habe »eine große Armee«, die gut ausgerüstet, »sehr gut ausgebildet« sei und die »sehr schnell expandieren« könne, weil die meisten Finnen die Drecksarbeit erledigt hätten, sagte Cavoli. Wenn es um Schweden geht, hat das Land »eine kleinere Armee, aber eine sehr fähige, die wächst«.
»Ich denke, es wird für uns ziemlich einfach sein, sie schnell zu integrieren. Wir integrieren sie seit einigen Jahren sowohl in unsere Großübungen als auch in unsere Auslandseinsätze«, so der General weiter. Die Tatsache, dass die Ostsee faktisch zu einem »NATO-See« wird, wird die Russen laut Christopher Cavoli weiter vor schwierige »Dilemmata« stellen. Er erwähnte Gotland als einen besonders wichtigen strategischen Vorteil in der Ostsee. »Die Insel wird im Militärjargon als "unsinkbarer Flugzeugträger" bezeichnet«, sagte Cavoli.
Der Satz aber könnte der ganzen Beitrittsdiskussion um und in Schweden noch einmal zusätzliche Nahrung geben. Gotland ist der Schweden liebste Insel. Nicht nur die etwa 61.000 Insulaner dürften über den Missbrauch ihrer Insel als Flugzeugträger wenig begeistert sein. Die täglichen fünf Pendelflüge vom Flughafen Visby nach Stockholm und zurück werden gerade so akzeptiert. Damit hat es sich dann aber auch. Am 11. Septemmber wählen die Schweden ein neues Landesparlament. Solche Sprüche wie die des US-Generals dürfte Wasser auf den Mühlen der Beitrittsgegner sein - und die dann eventuell neue schwedische Regierung zum Umdenken bewegen.
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