Mobbing, Stress und Suizide bei Amnesty International
Mobbing, Stress und Suizide bei Amnesty International
Datum: 26.02.2019 - 13:34 Uhr
Eine Menschenrechtsorganisation, die angebliche Menschenrechtsverletzungen in Staaten anprangert, vor den menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in den eigenen Reihen seit Jahren aber die Augen verschließt, ist genauso wenig glaubwürdig wie eine Partei, die den Umweltschutz propagiert, deren Angehörige aber per Jet in einen Kurzurlaub jenseits des Atlantiks fliegen. Amnesty International, kurz »ai«, hat aktuell genau mit diesem Problem zu kämpfen.
Sieben hochrangige Mitglieder der Organisation haben die Vorfälle der letzten Jahre publiziert und dem Generalsekretär Kumi Naidoo ihren Rücktritt angeboten. In den Reihen von »ai« herrsche ein Klima der Spannungen und des Misstrauens, heißt es in dem Brief an Naidoo. Man habe niemanden absichtlich verletzen wolle, es dennoch getan. Seit Jahren, wenn nicht sogar Jahrzehnten, herrsche in den Reihen der 1961 gegründeten Organisation Stress, Mobbing und Rücksichtslosigkeit, heißt es in einem jüngst veröffentlichten Bericht.
Sogar zwei Suizide am Arbeitsplatz habe es gegeben. Im Mai letzten Jahres hatte sich Gaëtan Mootoo nach über 32-jähriger Tätigkeit für das Unternehmen in dem Pariser Büro das Leben genommen. In seinem Abschiedsbrief kritisierte Mootoo, dass er sich nach der Neustrukturierung seines Arbeitsplatzes aufgegeben und vernachlässigt vorgekommen sei. Die Organisation musste den Angehörigen eine Entschädigung von mehr als einer Million britischen Pfund als Kompensationsleistung zahlen.
Anfagn Juli letzten Jahres brachte sich die ai-Praktikantin Rosalin McGregor im Hause ihrer Familie um. Angeblich, so ein von »ai« in Auftrag gegebenes Gutachten, habe die junge Frau persönliche Probleme gehabt. Es bestünde kein Zusammenhang mit der Arbeit bei Amnesty International, so das Gutachten. Kritiker an der Organisation sehen das allerdings deutlich anders.
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