Minderheit von Aktivisten will bestimmen, wie wir zu denken und zu reden haben

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Minderheit von Aktivisten will bestimmen, wie wir zu denken und zu reden haben
Datum: 10.11.2021 - 09:39 Uhr

Ahmad Mansour ist ein deutsch-israelischer Psychologe und Autor, lebt seit 2004 in Deutschland und hat seit 2017 die deutsche Staatsbürgerschaft. Er beschäftigt sich mit Projekten und Initiativen gegen Radikalisierung, Unterdrückung im Namen der Ehre und Antisemitismus in der islamischen Gemeinschaft.

In einem Gastbeitrag des Focus mahnt Mansour an, dass es zur Bekämpfung des Rassismus nicht förderlich ist, wenn den Menschen vorgeschrieben wird, was sie zu denken haben. Der Kampf gegen den Rassismus sei von »Randgruppen mit fragwürdigen Thesen« vereinnahmt worden, schreibt Mansour.

Diese kämpfen nicht für Gleichberechtigung oder den Abbau von Vorurteilen, sondern verfolgen eine radikale Ideologie, bei der sie neue alte Vorurteile verbreiten. Mansour: »Eine kleine Minderheit von Aktivisten hat mit Steuergeldern auf den Diskurs so viel Einfluss bekommen, dass sie heute bestimmen wollen, wie wir zu denken und zu reden haben.«

Als ein Beispiel dieser vereinnahmten Deutungshoheit führt Mansour den von Journalisten geführten Verein »Neue Deutsche Medienmacher« an. Dieser verleiht jedes Jahr einen Negativpreis namens »Goldene Kartoffel«. Alles, was nicht in das Weltbild jenes Vereins passe, werde mit dem Preis delegitimiert und versucht, der Lächerlichkeit preiszugeben. Mansour dazu: »Alte, weiße Männer bekommen eine negative Zuschreibung nur aufgrund ihrer Hauptfarbe.

Diese Identitätspolitik vertrete ein dualistisches Weltbild, so Mansour. Es teile ein in Minderheiten und Mehrheiten und beanspruche die Deutungshoheit über den Rassismus-Diskurs. Dabei erführe sie kaum Widerstand. Weder von der Bundeszentrale für politische Bildung noch von der Politik und auch nicht von der Bundesregierung.

Mansour: »Der Kabinettsausschuss zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus erarbeitet umfangreiche Maßnahmen und vergisst dabei den Kampf gegen Islamismus sowie Rassismus innerhalb von Minderheiten zu erwähnen, genau der identitätspolitischen Logik folgend.«

Sven von Storch

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