Mexiko plant einen Zaun an der Grenze zu Guatemala

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Mexiko plant einen Zaun an der Grenze zu Guatemala
Datum: 31.01.2017 - 11:16 Uhr

Der vom US-Präsidenten Donald Trump geplante Bau einer Sicherungsanlage an der Grenze zu Mexiko wird in deutschen Mainstreammedien auf das Übelste attackiert. Grüne Politiker erdreisten sich sogar, eine nicht vorhandene Parallele zwischen den tödlichen, menschenverachtenden Grenzanlagen des SED-Unrechtsregimes und der Erweiterung der US-Grenzanlagen zu Mexiko zu ziehen. Dass Trumps Pläne de facto lediglich ein Aus- respektive Weiterbau des bereits vorhandenen Zaunes ist und im Grunde genommen lediglich die Umsetzung längst vorhandener Pläne darstellt, wird von den deutschen Qualitätsmedien und diverser Politiker der Altparteien gerne »vergessen«.

Diese Personengruppen »vergessen« auch gerne, dass es mehr als nur diese eine, heiß diskutierte Grenze gibt. Mexiko, das gegenwärtig als Opfer der Trump-Politik hoch stilisiert wurde, plant seinerseits, seine südliche Grenze zu Guatemala mit einem Zaun zu sichern. Mit dieser Maßnahme soll die Armutseinwanderung aus den anderen lateinamerikanischen Ländern nach Mexiko unterbunden werden.

Brasilien hatte 2013 angekündigt, seine insgesamt 17.000 Kilometer lange Landesgrenze mit Zeppelinen, Drohnen und Hubschraubern überwachen zu wollen. Indien hat einen 4.000 Kilometer langen Grenzzaun zu Bangladesh errichtet, um sich gegen die Einwanderung aus dem dichtbesiedelsten Land (und zugleich einem der ärmsten Länder) der Erde zu schützen. 

Das Thema des Mauerbaus in Israel zur Absicherung gegen Palästina, Gaza und Ägypten ist ein Thema für sich und würde den hier gegebenen Rahmen sprengen. Auch die Grenzanlagen zwischen Nord- und Südkorea am 38. Breitengrad dürften hinlänglich bekannt sein. Aber auch in Europa gibt es Grenzmauern, die quasi aus der Wahrnehmung verdrängt werden.

Quer durch Belfast (Nordirland) ziehen sich Mauern, die die von den Katholiken bewohnten Stadtteile von denen der von Protestanten bewohnten trennen. Insgesamt sind diese Mauern 21 Kilometer lang. Sie befinden sich in Europa und trennen Iren von Iren. Diese »Peace Line« durchschneidet Hinterhöfe und ist mit seiner bis zu sieben Metern Höhe kaum zu übersehen. 

Und auch in Zypern gibt es einen Grenzzaun, der seit 1974 den türkisch besiedelten Norden vom griechisch-zypriotischen Süden trennt. Zypern ist, wie Irland auch, ein Mitglied der EU. Dass aber in zwei EU-Ländern derartige Grenzzäune gezogen sind, ist für deutsche Mainstreammedien und Altparteien-Politiker weniger wichtig, als dass der neu gewählte US-Präsident alte Pläne überarbeiten und umsetzen will.

Sven von Storch

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