Merkels Ostbeauftragter hetzt schon wieder gegen Ostdeutsche
Merkels Ostbeauftragter hetzt schon wieder gegen Ostdeutsche
Datum: 01.06.2021 - 10:00 Uhr
Die Menschen in Ostdeutschland, so Wanderwitz´ jüngst veröffentlichte krude These, seien »diktatursozialisiert«, behauptet der in Chemnitz geborene Ostbeauftragte der Merkel-Regierung. Ein Teil von ihnen, so Wanderwitz weiter, sei »auch nach dreißig Jahren nicht in der Demokratie angekommen.« Mehr noch: ein Teil der Bevölkerung habe »gefestige nichtdemokratische Ansichten«, so eine weitere steile Behauptung. Mit diesen Phrasen versucht er, die hohen Umfragewerte der AfD in den östlichen Bundesländern zu erklären.
Jenem »Ostbeauftragten« sind jeodch einige Feinheiten gänzlich entgangen. Anders als die Menschen im Westen, die seit 1949 in einer relativ stabilen Demokratie aufwachsen durften, lebten die im Osten bis 1989 unter der Fuchtel des SED-Regimes, einer sozialistischen Diktatur mit all ihren Auswüchsen. Diese Erinnerungen sind vielen von ihnen noch sehr gegenwärtig, sodass sie antidemokratische und diktatorische Strömungen schneller erkennen können als die Menschen im Westen.
Dort, wo die freie Meinung und das freie Wort zensiert wird (Stichwort: Netzwerkdurchsetzungsgesetz), dort, wo regierungskritische Versammlungen verboten werden, dort, wo die Medien zu Sprachorganen der Regierung werden und kritische Medien mundtot gemacht werden sollen, da zeigen sich die ersten Anzeichen einer Diktatur. Die Menschen im Osten haben das erkannt und wehren sich dagegen. Sie sind nicht 1989 auf die Straße gegangen, um sich von einer Diktatur zu befreien, nur um in die nächste Diktatur zu gelangen. Deswegen wählen sie nicht eine der Blockparteien, sondern suchen sich eine Alternative.
Die Menschen im Osten sind nicht »diktatursozialisiert«, wie es der Wanderwitz bezeichnet, sie sind »diktatursensibilisiert«. Das ist ein ganz erheblicher Unterschied.
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