Merkel wusste seit August 2019 von Ungereimtheiten bei Wirecard
Merkel wusste seit August 2019 von Ungereimtheiten bei Wirecard
Datum: 21.07.2020 - 11:16 Uhr
Das in Aschheim bei München ansässige Zahlungsdienstleistungsunternehmen Wirecard steht vor dem Aus. Im Juni räumte die Geschäftsleitung ein, dass angebliche Aktiva in der Bilanz mit einem Volumen von fast zwei Milliarden Euro nicht zu belegen sind. Unternehmenschef Markus Braun trat zurück, gegen ihn wird wegen dem Vorwurf der Vortäuschung von Einnahmen und Marktmanipulation ermittelt. Am 25. Juni beantragte Wirecard die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens.
Gerüchte darüber, dass es bei Wirecard nicht in geordneten Bahnen abliefe, gab es schon lange zuvor. Bereist im Februar 2019 hatte die Bankenaufsicht BaFin mit Sonderermittlungen gegen Wirecard begonnen und ordnungsgemäß das Bundesfinanzministerium von Olaf Scholz (SPD) davon in Kenntnis gesetzt. Dennoch machte das Ministerium sich weiterhin für Wirecard stark und warb auch im Ausland für den Dienstleister.
Merkel besuchte im September des vergangenen Jahres die Volksrepublik China und warb dort ebenfalls für Wirecard. Angeblich, so war die bisherige offizielle Stellungnahme des Bundeskanzleramtes, hatte man zur Zeit der China-Reise keine Kenntnisse über die Vorgänge bei und gegen Wirecard. Das aber ist Medienberichte, auf die sich eine Meldung der Tagesschau beruft, so nicht wahr.
Bereits im vergangenen August, also noch vor Merkels Reise, habe das Bundesfinanzministerium die entsprechenden Informationen an das Bundeskanzleramt übermittelt. Merkel wusste also spätestens zwei Wochen vor ihrem Reiseantritt um die Lage von Wirecard - und rührte trotzdem eifrig die Werbetrommel.
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