Merkel leistet politischen Offenbarungseid in Sondersitzung
Merkel leistet politischen Offenbarungseid in Sondersitzung
Datum: 26.08.2021 - 08:52 Uhr
Die westlichen Politiker haben den Einsatz in Afghanistan verbockt. Das gilt insbesondere für die 16 Jahre während der Merkel-Ägide von den insgesamt 20 Einsatzjahren. Deutsche Soldaten, deute Hilfs- und Aufbaukräfte haben in dem fernen Land am Hindukusch täglich Leib und Leben riskiert, um das rückständige Land mit seinen Stammesfehden und der archaischen Weltanschauung zumindest teilweise aus der Steinezit in die moderne Zeit zu überführen. Nicht in jedem der vielen Stämme des Landes fand das ungeteilten Zuspruch. Vor allem die reaktionären islamischen Terroristen der Taliban, geschult in ebenso raktionären Koran-Schulen in Pakistan, waren diese Ansätze ein Dorn im Auge. Das war von Beginn des Einsatzes an bekannt, wurde aber weder von der rot-grünen Schröder-Regierung, die die deutschen Soldaten in den Kriegseinsatz entsandte, noch von den verschiedenen Merkel-Kabinetten auch nur annähernd berücksichtigt.
Warnungen, Mahnungen, vor allem aus dem Kreis des Generalstabs der Bundeswehr, die die Gegebenheiten vor Ort aus eigenen Erfahrungen und aus den Erfahrungen ihrer in Afghanistan eingesetzten Kräfte bestens einzuschätzen wusste, wurden wieder und wieder in den Wind geschlagen. Man glaubte es besser zu wissen bei Merkel und ihrer Ministerriege.
Man hat den Einsatz vergeigt, verpatzt, in den Sand gesetzt. Nicht ein bisschen, sondern komplett. Es war eine Totalblamage. Genau die setzt sich immer noch fort. Obwohl bereits im vergangenen April, spätestens aber im Mai, klar auf der Hand lag, dass man Afghanistan nicht würde halten können, schwadronierte Außenminister Maas in seiner vollkommen Ahnungslosigkeit und völligen Fehleinschätzung der Situation vor Ort davon, dass nicht mit einer Übernahme des Landes durch die Taliban zu rechnen sei. Die Fakten sprechen eine ganz andere Sprache.
Gestern in der Sondersitzung des Deutschen Bundestags leistete Merkel in ihrer Rede dann auch den politischen Offenbarungseid ihres Versagens in Afghanistan. Man habe »die Entwicklung unterschätzt«, faselte sie halbherzig in die Mikrophone, und versuchte, die Totalblamage doch noch irgendwie schön zu reden - was ihr allerdings nicht gelang.
Entsprechend wurden ihr ihre eigenen Worte und die Fakten von den Vertretern der Oppositionsparteien im Bundestag im übertragenen Sinne um die Ohren geschlagen. Selbst die Grünen, die 2001 den Kriegseinsatz in Afghanistan maßgeblich mit initiierten, schwangen sich plötzlich zu Kritikern auf. Gut, jene Stellungnahme dürfte wohl eher als Wahlkampfgeheul betrachtet werden denn als eine überzeugte Positionierung.
Merkel und ihre vier Kabinette haben den Einsatz vergeigt, sie hatten 16 Jahre Zeit, auch das jetzige Szenario mit wiedererstarkten Taliban in ihre Strategiepläne einzubinden. In ihrer abgehobenen, weltfremden Art haben sie diese Option komplett außen vor gelassen. Nicht zuletzt deswegen tragen sie die Schuld an diesem Fiasko. Das muss personelle Konsequenzen haben, für alle daran Beteiligten.
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