Merkel bleibt draußen
Merkel bleibt draußen
Datum: 31.10.2016 - 11:33 Uhr
Trotz der aktuellen Versuche einiger CSU-Granden, die Differenzen zwischen den beiden Schwesterparteien durch einen publikumswirksamen Schulterschluss mit der CDU in der Frage der Kanzlerkandidatur herunter zu spielen, sind die Gräben noch längst nicht zugeschüttet. Als bester Beweis für diese Meinungsverschiedenheiten dient der aktuelle Bruch mit einer langjährigen Tradition. Bei den jeweiligen Parteitagen einer der beiden Parteien gehörte es seit jeher zum guten Ton, den Vorsitzenden der Schwesterpartei als Gastredner einzuladen. Die bayrische CSU verzichtet dieses Mal auf eine Einladung Merkels.
Zentraler Punkt zwischen der Auseinandersetzung von CDU und CSU, insbesondere zwischen den beiden Parteivorsitzenden Merkel und Seehofer, ist die CSU-Forderung nach einer Obergrenze in der Flüchtlingspolitik. Diese wird von Merkel nach wie vor abgelehnt. Auch die Aussage Merkels, dass der Islam zu Deutschland gehöre, wird von den Christsozialen rundweg abgelehnt. Die Streitigkeiten innerhalb der Union sorgten beim CSU-Parteitag vor einem Jahr fast für einen Eklat, als Seehofer Merkel in seiner Rede über mehrere Minuten abkanzelte. Während der gesamten Rede stand Merkel wie ein Schulmädchen neben dem Rednerpult.
Für den Beginn des kommenden Jahres ist eine gemeinsame Klausurtagung beider Parteien zur Absprache der Strategie für den Wahlkampf 2017 geplant. Bis dahin will man keinen neuen Streit vom Zaun brechen.
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