Merkel bei Wahlkampfauftritt in Annaberg ausgebuht und ausgepfiffen
Merkel bei Wahlkampfauftritt in Annaberg ausgebuht und ausgepfiffen
Datum: 18.08.2017 - 08:23 Uhr
Flankiert vom sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich und Bundesinnenminister Thomas de Maizière versuchte Merkel am gestrigen Nachmittag ihren zweiten von geplanten 50 Wahlkampfterminen wahrzunehmen. Dieses Mal war die sächsische Erzgebirgsstadt Annaberg-Buchholz Austragungsort ihres Auftritts. Fast pünktlich tritt das Triumvirat um kurz nach 17.00 Uhr auf dem Marktplatz vor das Auditorium. Und wie schon bei ihrem ersten Auftritt in Gelnhausen wird Merkel von einem gellenden Pfeifkonzert und anhaltenden Buhrufen lautstark begrüßt.
Den fast schon obligatorischen Rufen »Hau ab!« und »Merkel muss weg« gesellten sich neue Schlagworte hinzu. Eine gewisse Zeit lang skandierten die Demonstranten fast schon stakkatoartig »Widerstand!«, ein Begriff, der im Sommer 1989 insbesondere in Sachsen die Bürgerrechtsbewegung gegen das verbrecherische SED-Regime kennzeichnete.
Entsprechend schmallippig reagierte Merkel auf die Unmutskundgebungen auf dem Marktplatz der 20.000-Seelen-Stadt. Das, was sie zu sagen hatte, waren einmal mehr die leeren Phrasen, die ohnehin weitestgehend in den Pfiffen und Buhrufen untergingen. Bemerkenswert an der Veranstaltung sind bestenfalls die Kommentare von Tillich und anderen CDU-Politikern nach dem Auftritt Merkels. Diese Damen und Herren echauffieren sich nämlich darüber, dass Wahlkampfveranstaltungen durch Pfiffe und Buhrufe begleitet werden. Das, so Tillich, habe seiner Meinung nach nichts mit demokratischen Verhalten zu tun.
Allerdings gehört Tillich auch zu denen, die ganz besonders aussagekräftig schweigen, wenn Auftritte von AfD-Politikern in Sachsen von Pfiffen gestört werden. Nun musste er selbst diese bittere Medizin schlucken und zeigt sich pikiert.
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