Merkel bei Wahlkampfauftakt in Gelnhausen ausgebuht und ausgepfiffen
Merkel bei Wahlkampfauftakt in Gelnhausen ausgebuht und ausgepfiffen
Datum: 17.08.2017 - 09:48 Uhr
Vor wenigen Tagen noch suhlte sich Merkel in der warmen Sonne der Zuneigung, als sie in Dortmund vor der Arbeitnehmervertretung ihrer Partei, der CDA, auftrat. Doch das ist wenig verwunderlich, waren in der Westfalenhalle doch auch nur geladene Gäste zugelassen. Und diese 1.000 Gäste waren samt und sonders mehr oder minder vom Wohlwollen Merkels abhängig. Keiner wagte auch nur ein Wort der Kritik zu äußern.
Doch ihr erster Auftritt unter freiem Himmel im hessischen Gelnhausen konfrontierte sie mit den sogenannten Normalbürgern des Landes. Selten dürfte die Barbarossa-Stadt, ein ansonsten idyllisches Fleckchen Erde, derartige missbilligende Äußerungen erlebt haben, wie bei diesem Auftritt. Der Gelnhauser Obermarkt, Ort der Veranstaltung, hallte wider von Buhrufen, gellenden Pfiffen und einem Stakkato an »Hau ab!«-Rufen. Unübersehbar waren auch die zahllosen »Merkel muss weg«-Plakate ihrer Kritiker.
Der CDU-Generalsekretär Peter Tauber, dessen Heimatwahlkreis Gelnhausen ist, stand mit versteinerter Miene neben seiner Vorsitzenden, die sich kaum Gehör verschaffen konnte. Doch das war auch nicht nötig, denn das, was sie sagte, so schreibt die »Welt« über diesen Auftritt, bot wenig Überraschendes. Sie blieb, wie immer, in ihren Aussagen vage, ungriffig, unverbindlich.
Ganz anders dagegen der Auftritt der Merkel-Kritiker. Die AfD hatte eine Gegendemonstration angemeldet. Ihre Plakate zierten die gesamte Gelnhauser Innenstadt und verwandelten den Merkel-Auftritt zu einer massiven Proteskundgebung gegen ihre Politik.
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