Mercedes Benz verlagert Arbeitsplätze nach Ungarn

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Mercedes Benz verlagert Arbeitsplätze nach Ungarn
Datum: 07.05.2025 - 10:35 Uhr

Und obwohl Mercedes-Benz weltweit ein weit verzweigtes Produktionsnetzwerk unterhält, wird Ungarn laut Bericht durch die Unternehmensführung präferiert. Bereits jetzt beschäftigt die deutsche Prestige-Auto-Marke über 4.500 Mitarbeiter in Ungarn. Zudem ist eine signifikante Steigerung der Produktionszahlen ist.

Kostenvorteile, höhere Arbeitsmoral, weniger Krankentage

Einerseits wegen der deutlichen Kostenvorteile: Finanzvorstand Harald Wilhelm bezifferte diese im Februar auf rund 70 Prozent gegenüber den deutschen Standorten – wie Reuters berichtete. Das betrifft auch die Gewinnbeteiligung.  Wie das Unternehmen gegenüber der Stuttgarter Zeitung bestätigte: Die Beschäftigten in Kecskemét erhielten eine Gewinnbeteiligung von umgerechnet etwa 2.000 Euro, was einem Minus von 62 Prozent im Vergleich zu den deutschen Mitarbeitern entspricht.

Nach den Daten von Eurostat lag der jährliche Durchschnittslohn in Ungarn im Jahr 2023 bei 16.895 Euro, während er in Deutschland mit 50.998 Euro mehr als dreimal so hoch war. Dies bedeutet einen Kostenvorteil von 67 Prozent für Ungarn. Hinzu kommt, dass in Ungarn tendenziell länger gearbeitet wird, da in der deutschen Automobilindustrie eine Wochenarbeitszeit von 35 Stunden üblich ist.

Ein weiterer Pluspunkt für den ungarischen Standort ist die geringere Anzahl an Krankheitstagen. Vorstandsvorsitzender Ola Källenius führte aus, dass die Fehlzeiten aufgrund von Krankheit in Deutschland doppelt so hoch seien wie in anderen europäischen Ländern. OECD-Daten von 2022 untermauern dies eindrücklich. Während man in Deutschland durchschnittlich 24,9 Tage pro Jahr in Krankenstand, waren es in Ungarn lediglich 9,4 Tage.

Insofern wird nun also die Produktionskapazität der deutschen Werke auf 300.000 Fahrzeuge pro Jahr begrenzt. Laut Harald Wilhelm soll die Reduzierung der deutschen Mitarbeiter aber durch den Abbau von Leiharbeit und natürlicher Fluktuation erfolgen soll, nicht durch Entlassungen. Alles in allem aber eine sich fortsetzende Prekarisierung innerhalb des deutschen Arbeitsmarktes. (UngarnHeute)

Auch diese Entwicklung ist ein Ergebnis der Wirtschaftsvernichtungspolitik in Deutschland durch den Kinderbuchautor.

Sven von Storch

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