Menschenschmuggler haben Grenze zwischen Russland und Finnland ins Visier genommen
Menschenschmuggler haben Grenze zwischen Russland und Finnland ins Visier genommen
Datum: 10.12.2021 - 11:47 Uhr
Die groß angelegte Migranten-Schleusung über Weißrussland nach Polen hat nicht den von den Schleusern und den mit ihnen im Einklang stehenden diversen Organisationen erwünschten Erfolg gebracht. Selbst die Unterstützung des weißrussischen Despoten Lukaschenko, der etliche tausend Migranten mit Visa versorgte und sie auf Kosten des weißrussischen Volkes zunächst ins Land einfliegen und dann bis an die polnische Grenze eskortieren ließ, war letztlich nicht ausreichend. Die konsequente Haltung der polnischen Regierung, die nicht nur ihre eigene Landesgrenze sondern auch die EU-Außengrenze sicherte, sorgte für das Scheitern.
Jetzt suchen sich die Menschenschmuggler laut Berichten des schwedisch-sprachigen finnischen Magazins Huvudstadsbladet eine neue Route. Das Blatt beruft sich dabei auf die Ermittlugnen der finnischen Grenzpolizei »Skyddspolisen«, kurz Skypo.
Demzufolge sollen bereits seit Mitte des vergangenen Novembers die Schlepper- und Schleuserorganisationen in den sozialen Netzwerken in den Herkunftsländern offensiv die neue Route über Russland nach Finnland beworben haben. Das berichtet der Radiosender Radio Free Europe, der die Forschungsdirektorin Monika Richter beim Geheimdienst Semantic Visions interviewt hat.
Es sei derzeit noch schwer zu sagen, ob sich dadurch eine neue Route für Migrantenströme ergibt und ob wirklich Menschen in großer Zahl an der finnischen Grenze ankommen werden. Aber in den sozialen Medien seien die Reaktionen sehr positiv gewesen, sagt Richter gegenüber Radio Free Europe.
Auch die finnische Sicherheitspolizei bestätigt dem Blatt, dass die Route Russland-Finnland in den entsprechenden Seiten der sozialen Netzwerke auftaucht. »Uns ist bewusst, dass ein solches Marketing stattgefunden hat. Als eines der EU-Außengrenzen verfolgt Finnland die Entwicklungsentwicklungen sehr genau. Aber mehr können wir zu unseren operativen Aufgaben nicht kommentieren«, schreibt Milla Meretniemi, Kommunikationsdirektorin der Sicherheitsabteilung Polizei, auf Anfrage des Hauptstadtblattes.
Entscheidend sei, ob und in welcher Form Russland die Etablierung einer solchen Route überhaupt zulasse. Der weißrussische Alleinherrscher Lukaschenko wollte mit dem Menschenhandel Druck auf die EU ausüben. Einen solchen Schritt erwarte man von der russischen Regierung hingegen nicht.
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