Mehrere Tausend Lehrer mit Beginn der Sommerferien arbeitslos
Mehrere Tausend Lehrer mit Beginn der Sommerferien arbeitslos
Datum: 10.07.2018 - 07:25 Uhr
Der Tag der Zeugnisausgabe ist für die Vielzahl der Schüler eine Art Feiertag, ist er doch gleichbedeutend mit dem Beginn der Sommerferien. Sechs Wochen keine Schule, keine Penne, keine Paukerei. Für mehrere Tausend Lehrer ist dieser Tag aber gleichbedeutend mit einer mindestens sechswöchigen Arbeitslosigkeit. Denn ihr Arbeitsvertrag lief mit Ablauf des letzten Schultages aus und sie stehen, zumindest vorübergehend, auf der Straße. Mit dem neuen Schuljahr erhalten sie dann größtenteils wieder einen neuen, auf das dann beginnende Schuljahr begrenzten Arbeitsvertrag. Und am Tag der Zeugnisausgabe gibt es dann wieder den Freiflug.
Diese Praxis des »Hire&Fire« betreiben die Bundesländer schon seit Jahren. Eine Ähnlichkeit mit der einstigen Praxis im Baugewerbe, die dortigen Mitarbeiter mit Beginn des Winters in unschöner Regelmäßigkeit in die Arbeitslosigkeit zu schicken um Geld zu sparen, ist nicht zufällig. Die Länder sparen so Millionenbeträge. Vor allem im grün-schwarz regierten Baden-Württemberg feuert man Lehrer, was das Zeug hält. Im Vorjahr lag die Arbeitslosenquote während der Sommerferien im »Ländle« bei unglaublichen 71(!) Prozent, wie der »Spiegel« mit Bezug auf Daten der Bundesagentur für Arbeit berichtet.
Für das Baugewerbe wurden die Bestimmungen hinsichtlich der Kündigungen im Winter verschärft. In der Praxis gibt es zwar auch weiterhin solche Kündigungen. In der Regel sind Kündigungen wegen eines geringen Beschäftigungsbedarfs während der Schlechtwetterperiode aber unwirksam, da es seit einiger Zeit die Möglichkeit der Saison-Kurzarbeit gibt. Für den saisonalen Arbeitsausfall während der Schlechtwetterperiode vom 01.12. bis 31.03. des Folgejahres kann Saison- Kurzarbeitergeld beantragt werden. Sofern diese Möglichkeit besteht, ist eine betriebsbedingte Kündigung wegen der Schlechtwetterperiode in der Regel unwirksam.
Für die Bundesländer gilt das selbstverständlich nicht, denn die Regelung für das Baugewerbe wurde von Politikern erlassen. Treten aber die bestimmenden Politiker mehr oder minder direkt als Arbeitgeber auf, dann werden alle Fesseln fallen gelassen und es wird gemauschelt, gekungelt und verschoben was das Zeug hält.
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