Mehr als drei Millionen Multi-Jobber in Deutschland
Mehr als drei Millionen Multi-Jobber in Deutschland
Datum: 16.02.2017 - 11:38 Uhr
Für viele Haushalte in Deutschland ist am Ende des Geldes noch reichlich Monat übrig. Wenn das Gehalt vorne und hinten nicht mehr reicht, muss ein Zweitjob her. Oder sogar ein Drittjob. Mehr als drei Millionen Menschen im Land gehören zu der Gruppe der »Multi-Jobber«, schreiben übereinstimmend »evangelisch.de« und die »Hannoversche Allgemeine« mit Bezug auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BfA).
Die wachsende Zahl der Multijobber steht im Gleichklang mit der Schaffung der Minijobs. Für die in Minijobs beschäftigten Personen brauchen Arbeitgeber nur einen reduzierten und pauschalisierten Satz an Steuern und Gebühren an den Fiskus abführen. Zahlreiche Arbeitgeber haben die sich bietende Möglichkeit genutzt, um einen mit höheren Abgaben verbundenen regulären Arbeitsplatz in zwei oder drei wesentlich günstigere Minijobs umzuwandeln.
Effektiv wurde der Ausstoß des Unternehmens kaum bis gar nicht erhöht, eine signifikante Verbesserung oder Erhöhung der Produktivität im Sinne von einem »Mehr« an erstellten Waren oder Dienstleistungen konnte bisher statistisch nicht belegt werden.
Erhöht wurden lediglich die Zahl der erwerbstätigen Personen - und eben die Zahl der Multijobber. Denn statt mehr Einkommen für alle zu schaffen wurden stattdessen immer mehr Menschen in eine neue Form der Abhängigkeit gedrängt. Da verwundert es auch nicht, dass die Zahl der Aufstocker (Personen, die trotz eines Beschäftigungsverhältnisses ergänzende Hilfe nach ALG II erhalten) sich ebenfalls auf Rekordniveau bewegt.
Bei solchen Zahlen und Fakten klingen Merkels Worte aus dem November 2016 (»Den Menschen in Deutschland ging es noch nie so gut«) wie Hohn und Spott in den Ohren.
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