Mehr als 6.500 Kinder in Berlin sind wohnungslos

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Mehr als 6.500 Kinder in Berlin sind wohnungslos
Datum: 09.07.2020 - 11:22 Uhr

 

In Tempelhof-Schöneberg sind 1.441 Kinder von Wohnungslosigkeit betroffen, in Neukölln sind es 1.395 und in den Bezirken Friedrichshain-Kreuberg sowie Spandau sind es jeweils 850. Insgesamt leben in Berlin aktuell mehr als 6.500 Kinder in Notunterkünften für Wohnungslose, die Dunkelziffer der von Wohnungslosigkeit betroffenen Kinder dürfte deutlich höher liegen. Nicht für alle von ihnen steht ein Platz in einer Notunterkunft zur Verfügung. Sie leben auf der Straße, schlafen unter Brücken oder in U-Bahn-Stationen.

Der Rot-Rot-Grüne Senat behauptet zwar, dass die Bezirke darauf achteten, dass bei der Unterbringung von Familien mit Kindern in den Einrichtungen für Wohnungslose darauf geachtet wird, dass diese in eigenen Trakten oder auf Stockwerken mit eigenen Sanitäranlagen untergebracht werden. Aber an die Lösung des Problems, bezahlbaren Wohnraum für diese Menschen zu schaffen zum Beispiel, gehen RRG nicht ran.

Ein Schnäppchen sind diese Unterbringungen nicht. Pro Nacht und Person fallen Beträge von 12 bis 35 Euro an. Sollten die Eltern selbst ein Einkommen haben, so müssen sie sich an den Unterbringskosten beteiligen. So ergeht es derzeit den Eltern Vivian W. und Christian B. mitsamt ihren vier Kindern. Sie leben in einer Unterkunft für Wohnungslose, ohne eigenes Bad und mit Gemeinschaftsküche (siehe Bericht). Sie würden gerne in eine eigene Wohnung ziehen, Familienvater Christian ist Busfahrer und hat ein gutes Einkommen. Weil aber der RRG-Senat nicht ausreichend finanzierbare Wohnungen bauen lässt und mit seinen Enteignungs-Phantastereien mögliche Bauherren und Investoren abschreckt, wird die Familie wohl noch längere Zeit in jener Unterkunft verbringen müssen.

18 Euro pro Nase und Nacht streicht der Betreiber jener Unterkunft ein, selbst für den Säugling wird der volle Betrag berechnet. Das sind mehr als 3.300 Euro(!), die das JobCenter blechen muss. Weil Vater Christian berufstätig ist, muss die Familie jeden Monat 700 Euro(!) aus eigener Tasche draufzahlen; »und das für so ein Loch«, wie Mutter Vivian in dem Bericht zitiert wird.

Offiziell gelten sie, ihr Mann und ihre Kinder statistisch als wohnungslos. Doch für all diese Familien, diese Kinder rührt sich in Berlin kein Handschlag des Senats. Der versteift sich bei der Schaffung von Unterkünften eindeutig auf andere Personengruppen; die schon länger hier Lebenden schauen in die Röhre.

Sven von Storch

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