Massierung russischer Bodentruppen im Raum Donezk
Massierung russischer Bodentruppen im Raum Donezk
Datum: 27.05.2025 - 11:34 Uhr
In den vergangenen Tagen wurde von mehreren Medien berichtet, das russische Militär habe groß angelegte Luftangriffe mit Drohnen und Raketen gegen verschiedene Städte der Ukraine gegeben. In den Berichten klang es so, als sollten mit diesen Angriffen strategische Ziele erreicht werden. Das trifft so nicht zu. Die Angriffe hatten ein Hauptziel und ein Nebenziel: das Hauptziel war der psychologische Effekt. Selenskij wurde gezeigt, dass er nicht ansatzweise in der Lage ist, selbst Ziele im Hinterland (also weit weg von der Hauptkampflinie im Donbas) zu verteidigen. Russland bestimmt die Schlagzahl, sowohl bei den Kämpfen wie auch politisch. Nebenziel der Angriffe: Selenskijs Armee muss teure Munition verballern (wovon sie nicht mehr viel hat), um billige Drohnen abzuwehren.
Die wirklichen Entwicklungen von großer strategischer Bedeutung finden nicht in der Luft, sondern am Boden statt; und zwar im Donbas nordwestlich der Stadt Donezk. Dort zieht das russische Militär immer mehr Truppen unterschiedlichster Gattung zusammen. Experten (richtige Experten und nicht etwa militärische Analphabeten oder Wehrdienstverweigerer in den Reihen der deutschen Altparteien) gehen davon aus, dass das russische Militär eine umfangreiche Sommeroffensive vorbereitet, vor allem in Richtung Kramatorsk und Sloviansk. Diese beiden Städte sind die letzten Metropolen, die die ukrainische Nationalarmee in der Region Donezk noch seit ihrem Überfall und Einmarsch im Frühsommer 2014 besetzt hält.
Die ersten russischen Verbände sind aus Richtung Südost kommend schon bis auf etwas über 20 Kilometer an Kramatorsk herangerückt (siehe Karte). Sloviansk wird vermutlich über Lyman aus dem Nordosten und Siversk aus dem Osten unter Druck gesetzt werden. Hier stehen die russischen Verbände etwas mehr als 25 Kilometer vom Zentrum Sloviansk entfernt.
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