Martin Luther hat eine ganze Bibel abgeschrieben und wird dafür gefeiert
Martin Luther hat eine ganze Bibel abgeschrieben und wird dafür gefeiert
Datum: 02.07.2021 - 11:01 Uhr
Annalena Baerbock ist Kanzlerkandidatin der Grünen - immer noch. Allerdings sorgt die Serie von Plagiatsvorwürfen gegen sie nicht unbedingt dafür, dass ihre Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit zunimmt. Ganz im Gegenteil, nicht zuletzt die Diskussionen um ihr Vorgehen bei ihren Publikationen und ihre vorsichtig ausgedrückt wenig glücklichen Auftritte in der Öffentlichkeit sorgen dafür, dass die Umfragewerte für die Grünen rapide in den Keller gehen.
Vermutlich fühlen sich deswegen die per Zwangsabgabe finanzierten Sender des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland fast schon genötigt, Baerbock mit mindestens genauso diskutablen Aktionen Unterstützung zukommen zu lassen. Dass sie sich dabei allerdings selbst bis auf die Knochen blamieren und ihr mangelndes Wissen und/oder ihre mangelnde Intelligenz nachweislich belegen, scheint jenen Leuten in den Redaktionen nicht bewusst zu sein.
Die Redaktion von »extra3«, einer angeblichen politischen Satiresendung des NDR (Norddeutscher Rundfunk) jedenfalls antwortete auf Twitter die Meldung von Ralf Schumacher, wonach man statt Annalena Baerbock auch einen Fotokopierer wählen könnte, folgendermaßen: »Was soll die Aufregung um #Baerbock? Martin Luther hat eine ganze Bibel abgeschrieben und wird heute noch dafür gefeiert. Aber der war ja auch ein Mann.«
Offensichtlich haben die Leute in der dortigen Redaktion sowohl im Religionsunterricht wie auch im Geschichtsunterricht, als Luther das Thema war, entweder immer Kreide holen müssen oder schlicht und ergreifend den Unterricht geschwänzt. Martin Luther hat nicht die Bibel abgeschrieben, er hat sie aus der griechischen Septuaginta und der lateinischen Vulgata übersetzt.
Das ist ein elementarer Unterschied zum Vorgehen Baerbocks, die Passagen aus anderen Büchern, die in der gleichen Sprache zuvor veröffentlicht waren, nahezu eins-zu-eins in ihre Machwerke eingebunden hat und dann behauptete, es seien ihre eigenen Ideen. Zumal Luther auch nie behauptet hat, dass die Worte Gottes seine Ideen waren. Aber um das zu wissen bedarf es einfach etwas mehr Intelligenz, als sie offensichtlich in besagten Redaktionen vorzufinden ist.
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