Marokkaner feiern in Brüssel die Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft

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Marokkaner feiern in Brüssel die Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft
Datum: 13.11.2017 - 10:04 Uhr

Der Fußball kann Emotionen frei setzen; das ist hinreichend bekannt. Er kann die Fans der siegreichen Mannschaft sogar in einen Taumel der Euphorie versetzen, der dazu führt, dass sie über die Stränge schlagen. Auch das ist schon hin und wieder vorgekommen. Doch diese Überschwanghandlungen hatten in der Regel keine bürgerkriegsähnlichen Züge angenommen. Laute Gesänge, übermäßiger Alkoholkonsum und der Verlust der Orientierung und des Sprachvermögens bei dem einen oder anderen Fan - das waren eher die Bilder nach einem erfolgreichen Spiel.

Eine Großzahl marokkanischer Migranten in Belgien hatte sich entschlossen, den Sieg ihrer Fußballnationalmannschaft über die Auswahl der Elfenbeinküste auf ihre ganz besondere eigene Art zu feiern. Rund 300 von ihnen sammelten sich in der Brüsseler Innenstadt und begann zu randalieren. Sie setzten Autos in Brand, schlugen Schaufenster ein, plünderten die Geschäfte und lieferten sich Straßengefechte mit der alarmierten Polizei. Telefonzellen wurden komplett zerstört, Passanten niedergeprügelt. 

Ein Großaufgebot der Brüsseler Polizei war über Stunden damit beschäftigt, die Menschenmenge zu zerstreuen. Wasserwerfer, Reizgas und Schlagstöcke wurden eingesetzt, um die Marodeure unter Kontrolle zu bringen. Erst nach Mitternacht sei wieder Ruhe eingekehrt, heißt es in den Polizei- und Medienberichten. In Brüssel gibt es eine große marokkanische Migrantengemeinde, die sich insbesondere auf den Problembezirk Molenbeek konzentriert. Die Spur der Drahtzieher der Anschläge in Paris und Brüssel aus den Jahren 2015 führte auch nach Molenbeek.

Sven von Storch

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