Maduro peitscht seine Verfassungsreform durch
Maduro peitscht seine Verfassungsreform durch
Datum: 31.07.2017 - 08:45 Uhr
Die verfassungsgebende Versammlung, so der Name des neuen Gremiums, umfasst 545 Mitglieder. Da die venezolanische Opposition die Wahl nahezu komplett boykottierte, werden quasi alle Sitze von Maduro-Anhängern besetzt sein. Mit diesen neuem Gremium werde das Parlament, die Nationalversammlung, in dem die Opposition die Mehrheit der Stimmen besitzt, entmachtet und die politische Führung des Staates in die Hände dieses neuen Gremiums übertragen. Da die Zusammensetzung der verfassungsgebenden Versammlung von Maduro bestimmt wurde, herrscht er nun in Alleinherrschaft über Venezuela, dem Land mit den größten Erdölreserven auf dem Erdball.
Überschattet wurde die Wahl einmal mehr von schweren Auseinandersetzungen zwischen der Opposition und den Anhängern des Maduro-Regimes und seinen Häschern. Etliche Tausend Menschen gingen in Caracas und anderen Ländern auf die Straße, um gegen die Farce dieser Wahl zu demonstrieren. Ungeachtet dessen geht Maduro bei der Umformung Venezuelas in einen totalitären sozialistischen Staat erbarmungslos und konsequent vor, weiß er doch das Militär hinter sich.
Allerdings erhalten Maduro und Venezuela in der Zwischenzeit nicht nur Druck aus der landesinternen Opposition und der venezolanischen Bevölkerung. Ausländische Staaten, Regierungen, Investoren und Wirtschaftsunternehmen meiden Venezuela. Die USA rieten ihren diplomatischen Vertretern und deren Familienangehörigen zur Ausreise, mehrere internationale Fluglinien, darunter Iberia, Delta und Air France, stellten ihre Flüge nach Venezuela vorerst ein.
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