LuToM in Northeim in Gefahr
LuToM in Northeim in Gefahr
Datum: 31.03.2017 - 09:26 Uhr
Vor ungefähr zehn Jahren wurde in Northeim (Niedersachsen) die Jugendtrauerbegleitung ins Leben gerufen. Die Einrichtung, die sich als Anlaufstelle für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die mit schweren Krankheiten, dem Sterben und dem Tod von Angehörigen konfrontiert sind, etabliert hat, hat sich bisher ausschließlich aus Spenden finanziert. Doch nun droht dem Hospizdienst das Aus, berichtet die »HNA« in ihrer Ausgabe vom 28. März 2017.
Grund dafür sei die fehlende finanzielle Ausstattung, sagt die Projektleiterin Susanna Lenkewitz. Denn obwohl die Mitarbeiter und Helfer alles in ehrenamtlicher Tätigkeit gestalteten, so fallen dennoch Kosten an. Größter Kostenfaktor sei dabei die Miete. Hinzu kommen weitere Ausgaben für die Materialen, mit denen in den mittlerweile sechs Gruppen mit den Kindern und Jugendlichen unterschiedlichen Alters gearbeitet wird. Darüber hinaus gibt es eine weitere Gruppe, die sich um Kinder und Jugendliche kümmert, bei denen ein Elternteil an Krebs erkrankt ist.
Die Entwicklung in den vergangenen Jahren zeigt, so Lenkewitz, dass es einen großen Bedarf an der Arbeit des Hospiz gibt. »Umso trauriger wäre es, wenn wir aus Kostengründen nicht weitermachen könnten«, sagt sie. Und erfährt Zuspruch aus dem Kreis der betroffenen Familien, die die Hilfe des »LuToM« in Anspruch nehmen und deren Kinder zum Teil schon seit mehreren Jahren dort betreut werden. Eine Mutter: »Ich empfinde diese Einrichtung wie ein Netz, das mich aufgefangen hat.«
Allerdings zeigen die Gemeinde, der Landkreis, das Land Niedersachsen und auch die Kirchengemeinde des Kirchenkreis Leine-Solling als Träger dem Hospiz hinsichtlich finanzieller Unterstützung die kalte Schulter. Die setzen ihre Prioritäten anders. Für die, »die neu hinzukommen«, zeigt man sich in der Stadt Northeim gut vorbereitet und bietet auf der Seite der Stadt üppig Programme, Projekte und Hilfen an. Auch das kostet Geld und meist nicht zu knapp.
Und wo die Kirchenfürsten in diesem Land ihren Schwerpunkt haben ist in der Zwischenzeit auch kein Geheimnis mehr. In unschöner Regelmäßigkeit heißen sie diejenigen Willkommen, deren Glaubensgrundlage ein Schriftstück ist, in welchem mannigfaltig zur Tötung aller Andersgläubiger aufgerufen wird. Aber die todkranken Kinder und Jugendlichen des eigenen Glaubens sind ihnen offenbar weder eines Blickes noch eine »müde Mark« wert.
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