Litauen scheint Situation um Grenzblockade eskalieren lassen zu wollen

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Litauen scheint Situation um Grenzblockade eskalieren lassen zu wollen
Datum: 12.07.2022 - 11:15 Uhr

Das nördliche Ostpreußen rund um Königsberg kam nach dem Zweiten Weltkrieg offiziell »unter sowjetische Verwaltung«, wie es damals hieß. Der Georgier Dschugaschwili (Stalin) erklärte die Region in  seiner Ägide zum Staatsgebiet der Sowjetunion. Widerspruch der Westmächte (USA, Frankreich, Großbritannien) blieb aus, Königsberg wurde umfirmiert in Kaliningrad. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus und des Ostblocks sowie der Wiedergründung der baltischen Republiken und der Unabhängigkeit zahlreicher weiterer ehemaliger Sowjetrepubliken blieb Königsberg/Kaliningrad bei Russland, war aber nun vom Rest des Landes abgetrennt. Der Lieferweg über Land von Russland dorthin verlief über Weißrussland und Litauen. Viele Jahre ging das problemlos vonstatten, jetzt aber blockiert Litauen diesen Lieferweg.

Die Regierung in Wilna begründet ihre Blockade mit der von der EU verhängten Sanktionen gegen Russland. Moskau hatte unmittelbar nach der ersten Blockade angekündigt, dass man diesen Schritt nicht akzeptiere und man mit entsprechenden Maßnahmen antworten werde, die »schwerwiegende Konsequenzen« für Litauen haben werde. Daraufhin lockerte die litauische Regierung vorübergehend die Blockade und ließ die Züge aus Russland wieder ungehindert passieren. Es hatte den Anschein, als sei damit die Situation entspannt.

Jetzt aber hat Litauen wieder die Grenze für Züge aus Russland geschlossen, wieder mit Hinweis auf die von der EU gegen Russland verhängten Sanktionen. In Moskau ist man von solchen Sperenzchen wenig angetan und hat klar und unmissverständlich klar gemacht, dass man seinerseits bei Nichtaufhebung der Blockade alle Lieferungen in die drei baltischen Staaten auf Null reduzieren werde.

Sowohl Estland wie auch Lettland und Litauen beziehen einen Großteil von Waren und Gütern aus Russland. Insbesondere der Energiesektor der drei Länder wird zu 100 Prozent von Russland abgedeckt. Ersatz gibt es nicht.

Sven von Storch

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